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Gala Im Capitol: Rapper Kollegah räumt drei Webvideopreise ab

Gala Im Capitol : Rapper Kollegah räumt drei Webvideopreise ab

Altes Fernsehen trifft junge Webvideoszene. Sichtlichen Spaß an diesem Gegensatz hatten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf am Samstagabend im Capitol-Theater, als sie die Verleihung des vierten Deutschen Webvideopreises vor 1100 Gästen und 50 000 Internet-Zuschauern moderierten.

"Herzlichen Dank, dass wir bei euch im Internet zu Gast sein dürfen", sagten die ProSieben-Moderatoren. Sie seien als "Fernsehfuzzis" in dieser Szene unbekannt: "Aber einige von euch sind auch froh, dass sie mal raus durften." Eine Fachjury und mehr als eine Million Nutzer hatten in den vergangenen Wochen in einem aufwendigen Verfahren die besten Webvideos in insgesamt 14 Kategorien bestimmt.

Schon am Samstagnachmittag standen zahlreiche Schüler mit ihren Handys und Blöcken am Zaun des Capitols, um Fotos von ihren YouTube-Helden zu machen und Autogramme zu sammeln. Im Netz erreichen diese ein Millionenpublikum: Spiel-Experte "Gronkh" hat demnächst auf seinem YouTube-Kanal mehr Abonnenten als das Comedy-Trio "Y-Titty"; bisher die Nummer 1 mit 2,9 Millionen Abonnenten.

Kollegah gewinnt in drei Kategorien

Abräumer des Abends war Rapper Kollegah mit seinem YouTube-Channel Bosshaft TV. Er wurde in gleich drei Kategorien ausgezeichnet. Einer seiner Gefolgsleute versuchte, einen Eklat zu provozieren: Der Essener Rapper Shneezin stürmte die Bühne und zog blank. Er ließ die Hose fallen und erwartete einen Skandal - das Publikum buhte jedoch nur gelangweilt, Joko und Klaas moderierten ihn entspannt weg: "Vielleicht solltest du doch besser zum Fernsehen. Da vorne ist die Treppe." Jury-Mitglied Sascha Pallenberg bezeichnete das Verhalten einiger Preisträger und deren Fans später als "Kindergarten".

Der Webvideopreis ist ein Abbild der deutschen Webvideoszene. Diese steckt nicht mehr in den Kinderschuhen, aber sie ist auch noch längst nicht erwachsen: eine Szene in der Pubertät. Joko und Klaas mimten die Adoleszenz-Beauftragten bei einer Preisverleihung, die von einer professionellen Fernsehproduktion umgesetzt wurde. Die Bandbreite der Nominierten reichte vom selbstgedrehten Garten-Sketch bis hin zum aufwendigen Musikvideo.

Dabei war auch Medienstaatssekretär Jan-Marc Eumann (SPD). Er wurde als Regierungsvertreter begrüßt, als niemand den Preis für das peinlichste Video des Jahres entgegennehmen wollte. Das ging an die Polizei NRW: Mit einem ernstgemeinten Rap-Video sollte Nachwuchs für die Behörde gewonnen werden. Was für die Polizei NRW gilt, gilt auch für die Webvideoszene: Zwanghaft einen auf jugendlich zu machen, nimmt einem ab einem gewissen Alter niemand mehr ab.

Hier finden Sie die komplette Liste der Preisträger und die dazugehörigen Videos.

Alle Fotos der Gala und Party finden Sie auf TONIGHT.de!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Highlights vom Webvideopreis 2014 in Düsseldorf

(RP)