Handball : Heim-Debakel zum Abschied

Im letzten Spiel der Saison sind die Zweitliga-Handballer der Vikings chancenlos gegen starke Auer.

Kein gelungener Abschied für den HC Rhein Vikings: Der Tabellenletzte der zweiten Handball-Bundesliga verlor sein Abschiedsspiel im Castello gegen den EHV Aue deutlich mit 20:33 (11:16). Nicht zuletzt die hochsommerlichen Temperaturen dürften dafür gesorgt haben, dass sich letztlich nur der harte Kern der Vikings-Familie in der Halle versammelte. Die Mannschaft hätte nach den letzten Wochen und insbesondere dem jüngsten Auswärtssieg in Hagen mehr als 280 Zuschauer verdient gehabt.

Vor dem Anwurf verabschiedete der Vikings-Geschäftsführer Daniel Pankofer die Spieler Mikkel Moldrup, Bennet Johnen, Daniel Zwarg, Christian Hoße sowie in Abwesenheit Nils Artmann. Pankofer bekannte, dass er dem letzten Heimspiel mit einem lachenden und weinenden Auge entgegengeblickt habe. „Ein lachendes, weil wir es geschafft haben, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und ein weinendes, da uns großartige Spieler und Menschen verlassen werden.“

Beide Mannschaften starteten nervös in die Partie. Die Rheinländer leisteten sich im Spielaufbau einige ungenaue Pässe, hinten parierte Moldrup hingegen einen Sieben-Meter-Strafwurf und kurze Zeit später flog ein Wurf der Auer am leeren Vikings-Tor vorbei. Die Gäste aus dem Erzgebirge fingen sich jedoch schneller und konnten so auf 2:5 davonziehen (8.). Die Neuss-Düsseldorfer Spielgemeinschaft kämpfte sich jedoch auf 4:5 heran (10.). Den Angriff zum möglichen Ausgleich spielte sie nicht erfolgreich zu Ende, kassierte stattdessen das 4:6 per Siebenmeter (12.). Den Vikings fehlte im Torabschluss die entscheidende Präzision, sodass Aue den Vorsprung nach und nach ausbauen konnte und beim 6:11 erstmals mit fünf Treffern führte (20.).

Der angeschlagene Routinier Christian Hoße, der nach dieser Saison seine Karriere beendet, konnte nach einer knappen Viertelstunde nicht mehr weiterspielen. „Ohne ihn fehlte die Führung und die Erfahrung“, haderte der Vikings-Coach Jörg Bohrmann mit dem Ausfall, „danach waren wir chancenlos.“ Den Rückstand konnten die Vikings bis zur Pause entsprechend nicht mehr verkürzen, mit 11:16 ging es in die Kabinen.

Die Auer bauten ihren Vorsprung nach dem Seitenwechsel schnell über 11:18 (32.) auf 12:19 aus (34.). Bei den Vikings schwanden der Glauben an eine Wende, insbesondere aber auch die Kräfte. Beim 14:24 lagen die Rheinländer erstmals mit zehn Treffern hinten (47.).

In der Schlussphase bescherte der Bohrmann seinen beiden Nachwuchs-Keepern Nils Conrad und Paul Dreyer noch einige Einsatzminuten. Dreyer gelang dabei sogar noch ein umjubelter Treffer ins leere Auer Tor. „Aue war uns körperlich in allen Belangen überlegen“, resümierte Bohrmann, „wir hatten letztlich nicht die Qualität, auch wenn die Jungs versucht haben zu kämpfen.“

HC Rhein Vikings: Moldrup, Dreyer 1, Conrad – Gipperich 4, Hoße, Skorupa, Weis 3, Johnen 7, Zwarg 4/1, Görgen, Ahrens, Middell 1.