Weltkulturerbe: Nur die Jury wählt Bewerber aus

Weltkulturerbe : Nur die Jury wählt Bewerber aus

Kaiserswerth soll in die Liste als Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen werden. Das fordern die Stadt sowie der Kaiserswerther Heimat- und Bürgerverein. Der sucht Verbündete, diesen Wunsch durchzusetzen.

Deshalb hatte er den NRW-Bauminister angeschrieben und um Unterstützung bei der Bewerbung des historischen Stadtteils um die Aufnahme in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes gebeten. Doch der Wunsch wird nicht erfüllt. In einem Antwortschreiben teilt das Ministerium mit, dass bei der Entscheidung der Jury "Pressemeinungen oder -stimmungen ebenso wenig eine Rolle spielen wie politische Interventionen".

Immerhin bestätigt das Ministerium, dass das Land mit dem historischen Stadtkern "über ein geschichtlich und bauhistorisch absolut hochrangiges Ensemble von weit überregionaler Bedeutung" verfüge.

Bis zum 1. August muss eine Jury, deren Mitglieder Experten aus den Bereichen Archäologie und Industriedenkmalpflege sind und die nicht aus NRW stammen dürfen, nun entscheiden, welche zwei Vorschläge aus NRW in die bundesweite Auswahl kommen.

Neben dem historischen Stadtkern Kaiserswerth hat sich Düsseldorf noch mit dem 1773 errichteten Schloss Benrath beworben. Weitere Mitbewerber sind Solingen mit der Müngstener Brücke und Mettmann mit der historischen Fundstätte Neandertal.

Nach Meinung des Heimatvereins spricht für eine Nominierung von Kaiserswerth, dass die spätmittelalterlichen Straßenverläufe und die Festung Kaiserswerth überwiegend in den Originalzügen erhalten seien. Die Authentizität des Stadtkerns sei damit heute auch noch gut erlebbar.

Außerdem hätten viele historische Persönlichkeiten in Kaiserswerth gelebt und ihre Spuren hinterlassen. Dazu gehören beispielsweise Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), Friedrich Spee und Theodor Fliedner.

(RP/ila)
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