TSV Bayer Dormagen: TSV lässt Hagen keine Chance

TSV Bayer Dormagen : TSV lässt Hagen keine Chance

Dank eines aggressiven Auftretens gewannen die Drittliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen gegen den VfL Eintracht Hagen mit 37:28. Es war bereits der vierte Sieg in Folge für die in allen Bereichen überzeugenden Gastgeber

Khalid Khan war nach für ihn ernüchternden 60 Minuten völlig bedient. Es waren vor allem die zweiten 30, die dem lange in Dormagener Diensten stehenden Coach des Handball-Drittligisten VfL Eintracht Hagen nach der 27:38-Niederlage (18:20) beim TSV Bayer Dormagen stark auf das Gemüt schlugen. "Das habe ich in dieser Form in 25 Jahren Handball noch nicht erlebt. Ich bin sprachlos, der Sieg ist auch in dieser Höhe verdient", sagte Khan, dessen Mannschaft nach einer soliden ersten Halbzeit vollkommen einbrach.

Denn in die starteten die Gastgeber mit einer wahren Energieleistung. Die 20:18-Führung, die einen ausgeglichenen ersten Durchgang widerspiegelt, verwandelte sich binnen zehn Minuten in ein 28:20. Der TSV verteidigte hochaggressiv, was die Gastgeber zwar neun Siebenmeter kostete, die Gäste auf Dauer aber zermürbte. Gegen die zudem sehr früh attackierende Deckung fand Hagen kein Mittel, angeführt von einem hellwachen Dennis Marquardt eroberte Bayer einen Ball nach dem anderen und kam so zu etlichen einfachen Toren, die vor allem auf das Konto des flinken Markus Breuer (6/2) gingen. Ein Teufelskreis für die Eintracht um den 2,04-Meter-Hünen und Ex-Dormagener Maciej Dmytruszynski, die rein physisch zwar im Vorteil war, das hohe Tempo des TSV aber nicht mitgehen konnte. "Die Jungs sitzen in der Kabine und sind körperlich völlig am Ende", bestätigte Khan.

Das hatte sich vor dem Seitenwechsel noch nicht angedeutet, Hagen ging zwar nur beim zwischenzeitlichen 11:9 (17.) in Überzahl mit mehr als einem Treffer in Führung, hatte aber keine großen Probleme beim Torabschluss. Während Khan seinen Leistungsträgern aber nur kurze Verschnaufpausen gab, wechselte TSV-Trainer Jörg Bohrmann munter durch. Einen Tag nach seinem 44. Geburtstag lobte er seine Ersatzspieler: "Die sogenannte zweite Reihe war heute sehr stark, so konnten wir das Tempo hochhalten." Jarno Pusch und Alexander Kübler kamen beispielsweise auf zusammen sechs Treffer. Besonders gefiel Bohrmann aber Frederic Rudloff, der Dmytruszynski fast vollkommen aus dem Spiel nahm. Der war vor der Pause kaum zu verteidigen und traf viermal, danach gelang ihm nur noch ein Treffer. "Mir fehlte einfach die Kraft", sagte er. Einen Sahnetag erwischte auch Torhüter Dominik Formella, der Matthias Broy nach 25 Minuten ersetzte und danach mit 13 Paraden, darunter zwei Siebenmeter, ebenso viele Bälle hielt, wie er durchlassen musste.

Für Dormagen war es schon der vierte Sieg in Serie, Bohrmann tritt aber auf die Bremse: "Im Moment läuft es perfekt und alle spielen in toller Form. Es wird aber nicht immer so gut laufen wie jetzt, es wird noch Rückschläge geben."

(NGZ/ac)
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