TSV Bayer Dormagen: Bohrmann sorgt sich um Kondition

TSV Bayer Dormagen : Bohrmann sorgt sich um Kondition

Drei Spiele innerhalb von acht Tagen, dazu 800 Autobahn-Kilometer zum Pokalspiel in Erlangen und zurück in den Knochen – vor der Partie bei der Reserve des VfL Gummersbach fragt sich Trainer Jörg Bohrmann, wie seine jungen Schützlinge vom TSV Bayer Dormagen das verkraften

Drei Spiele innerhalb von acht Tagen, dazu 800 Autobahn-Kilometer zum Pokalspiel in Erlangen und zurück in den Knochen — vor der Partie bei der Reserve des VfL Gummersbach fragt sich Trainer Jörg Bohrmann, wie seine jungen Schützlinge vom TSV Bayer Dormagen das verkraften

Es war vier Uhr in der Früh am Donnerstagmorgen, als die Drittliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am heimischen Höhenberg aus dem Bus kletterten. Für Jörg Bohrmann nichts Ungewohntes, immerhin hat der Trainer 146 Erstligaspiele für SG Wallau-Massenheim, TV Niederwürzbach und TuS Nettelstedt bestritten.

Doch ansonsten haben aus seinem Aufgebot allein Mannschaftskapitän Tobias Plaz, der neun Jahre mit TSV und DHC Rheinland in Erster und Zweiter Liga spielte, und die Ex-Korschenbroicher Dennis Marquardt und Markus Breuer Erfahrungen mit langen Nächten auf der Autobahn. "Die meisten anderen mussten ja vier Stunden nach der Ankunft schon wieder in der Schule sein," sagt Bohrmann über seinen noch recht jugendlichen Kader.

Entsprechend sorgt sich der 43-Jährige vor dem Meisterschaftsspiel bei der Reserve des VfL Gummersbach am Sonntag, das um 17 Uhr in der Eugen-Haas-Halle angepfiffen wird: "Ich bin gespannt, wie die Jungs das verkraften." Zumal die Dormagener ohnehin nicht ganz ohne personelle Sorgen sind: Die Rekonvaleszenten Moritz Preuss und Robin Doetsch hatte Bohrmann am Mittwoch vom Pokalausflug nach Erlangen von vorneherein befreit, "um sie zu schonen." Dennis Marquardt blieb bei der 19:31-Niederlage beim letztjährigen Tabellenvierten der Zweiten Liga wegen einer Erkältung auf der Bank. "Ob er morgen mitspielen kann, weiß ich noch nicht", sagt Bohrmann über den Halblinken. Das gleiche gilt für Markus Breuer, der nach wenigen Minuten mit einer Knieverletzung ausfiel.

"Angesichts dieser Umstände haben wir uns ordentlich verkauft", meint der Trainer, der im Verlauf der Partie auch noch Tobias Plaz auf die Bank beorderte und so "fast mit einer kompletten Jugendmannschaft" spielte: "Wir waren in jeder Halbzeit zehn Minuten lang unkonzentriert, sonst wäre das Ergebnis knapper ausgefallen", meint Bohrmann, der die Partie zu einigen taktischen Experimenten nutzte. So verblüffte er die Erlanger, indem er lange Zeit den Torhüter zugunsten eines siebten Feldspielers austauschte.

Sonntagnachmittag stellt er sich auf eine schwierige Aufgabe ein. "Die Gummersbacher haben mit ihrem Sieg in Varel bewiesen, dass sie in diese Liga gehören", sagt er über die Gastgeber, die mit ihrem 27:18-Sieg für den ersten Trainerwechsel der Liga sorgten (die NGZ berichtete). Erschwerend kommt der Charakter des Lokalkampfs hinzu: "Egal, ob in der Ersten Liga oder bei der C-Jugend — Gummersbach gegen Dormagen, das sind immer Derbys", weiß Bohrmann. Das Spiel am Sonntag ist jedoch das erste der beiden führenden Klubs des Handball-Verbandes Mittelrhein in Liga drei.

(NGZ/ac)
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