2. Handball-Bundesliga Bayer Dormagen startet gegen Lübeck in entscheidende Phase

Dormagen · In den noch sechs Saisonspielen der 2. Handball-Bundesliga geht es für den TSV darum, einen Sechs-Punkte-Vorsprung nicht zu vergeben. Da wäre ein Heimsieg gegen Lübeck hilfreich.

 Youngster Frederik Sondermann, hier im Spiel gegen Großwallstadt, fiel gegen Ludwigshafen aus, kann aber am Samstag wieder für Dormagen auflaufen.

Youngster Frederik Sondermann, hier im Spiel gegen Großwallstadt, fiel gegen Ludwigshafen aus, kann aber am Samstag wieder für Dormagen auflaufen.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Keine Frage, nach der vorgezogenen Partie bei den Eulen Ludwigshafen (27:30) und den folgenden anderthalb Wochen ohne Punktspiel biegt die Saison der 2. Handball-Bundesliga für den TSV Bayer Dormagen in Sachen Abstiegskampf in die entscheidende Phase ein. In den sechs noch ausstehenden Partien bis Anfang Juni gilt es, die sechs Punkte Vorsprung (das deutlich bessere Torverhältnis kommt hinzu) auf den auf dem ersten Abstiegsplatz rangierenden TuS Vinnhorst zu verteidigen oder im Idealfall sogar auszubauen. Klar, dass da jeder weitere Zähler höchst willkommen wäre. Am besten schon am Samstag im Heimspiel gegen VfL Lübeck-Schwartau.

„Wir müssen und wollen jetzt punkten. Das ist definitiv unser Ziel“, erklärt Matthias Flohr. Ziemlich forsch für Dormagens Trainer, denn ansonsten betont er immer wieder, dass für ihn besondere Tabellenkonstellationen in der Vorbereitung auf das nächste Spiel keine Rolle spielen. Sein Credo mit Blick auf die teils verrückten Ergebnisse im bisherigen Zweitligaverlauf: Egal, ob der Gegner (weit) über oder unter seiner Mannschaft rangiert, es ist immer alles drin – im positiven wie im negativen Sinne. Dass er sich nun mehr oder weniger festlegt, was am Ende herauskommen sollte, will er aber nicht als Druck für seine junge Mannschaft verstanden wissen. Vielmehr hätten die jüngsten Vorstellungen daheim gegen Großwallstadt (34:35) und mit Personalproblemen in Ludwigshafen (27:30) am Höhenberg für eine positive Perspektive gesorgt: „Die Leistungen sind da, wir haben gezeigt, dass wir das Zeug dazu haben. Deswegen ist der Wille vorhanden, jetzt die Punkte zu holen“, verrät Flohr.

Das tunlichst zwei Punkte her sollten, zeigt aber auch ein Blick auf das Restprogramm. Dass Vinnhorst bei einem aktuellen Punkteschnitt 0,46 pro Spiel in sechs noch ausstehenden Partien sechs Zähler und das deutlich schlechtere Torverhältnis umbiegen kann, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, mit Blick auf die noch ausstehenden Gegner der Hannoveraner aber auch nicht komplett unmöglich. Zumal der TuS am Samstagabend parallel das Schlusslicht EHV Aue empfängt. Ein Sieg vorausgesetzt, würde eine gleichzeitige Nullnummer der Dormagener den Abstand auf vier Punkte schrumpfen lassen und damit den Druck am Höhenberg erhöhen. Danach spiel Vinnhorst noch in Dessau, daheim gegen Bietigheim, in Großwallstadt, zu Hause gegen Nordhorn und in Hagen. Also gegen drei Mannschaften aus unteren Tabellengefilden (Dessau, Großwallstadt, Nordhorn), gegen die von der Papierform her etwas drin sein sollte.

Für Dormagen folgen nach Samstag noch die Spiele daheim gegen Hamm, in Hüttenberg, zu Hause gegen Potsdam, in Minden und zum Abschluss in eigener Halle gegen Dresden. Von diesem Quintett ist gegen Hüttenberg und vor allem gegen das aktuell punktgleiche Minden Zählbares am realistischsten. Doch nervenschonender wäre es selbstverständlich, wenn schon gegen Lübeck zwei weitere Punkte aufs Konto kämen und so der Vorsprung auf Vinnhorst bei einem Spiel weniger zumindest gleich bliebe. Dass gegen den VfL etwas drin ist, hat das Hinspiel gezeigt, als die Dormagener starke Nerven bewiesen und mit der letzten Aktion zwei Sekunden vor Schluss durch Sören Steinhaus noch das Tor zum 29:29-Endstand erzielte – übrigens das bislang einzige Unentschieden im bisherigen Saisonverlauf.

Allerdings hat sich die Truppe aus Schleswig-Holstein seitdem noch mal weiterentwickelt. In der ersten Saison unter Trainer David Röhrig, zuvor viele Jahre in Dormagen Jugendcoach, tummelte sich der VfL auch lange unter den Abstiegskandidaten. Davon ist in dieser Spielzeit nichts mehr zu merken, mit 29:27 Punkten steht Lübeck auf Platz acht im gesicherten Mittelfeld. „David macht es sehr gut, er verfügt über eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern“, erklärt Kollege Matthias Flohr. Dass in seinem Kader eher die jungen Spieler mit großem Talent nummerisch dominieren, ist hinlänglich bekannt. Da schmerz es natürlich doppelt, dass Kapitän Patrick Hüter (28) wie schon gegen Ludwigshafen weiter erkrankt ausfällt. Immerhin hat sich Youngster Frederik Sondermann erholt und steht für den Innenblock und am Kreis zur Verfügung.

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