TSV Bayer Dormagen: Familientreffen am Höhenberg

TSV Bayer Dormagen : Familientreffen am Höhenberg

Im zweiten von drei im Oktober angesetzten Heimspielen trifft Handball-Drittligist Bayer Dormagen Samstagabend auf Eintracht Hagen. Im Team von Trainer Khalid Khan stehen die Ex-Dormagener Dmytruszynski und Clausing.

Diese 3. Liga lässt wirklich keinen kalt. Faustdicke Überraschungen gehören zum Standardprogramm. Das könnte auch daran liegen, dass sich die Handballer in diesem Schmelztiegel einfach zu gut kennen. Bestes Beispiel dafür ist der Auftritt des VfL Eintracht Hagen Samstagabend in Dormagen (19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter).

Ein Derwisch auf der Trainerbank: Khalid Khan. Foto: G. Eisenhuth

Der in Dormagener Diensten stehende Coach Jörg Bohrmann und der in Hagen vertraglich gebundene Khalid Khan kannten sich bereits, als sich der ebenfalls schon für den TSV tätige Trainerkollege noch um den Nachwuchs des BTB Aachen kümmerte. Später führte er den TV Korschenbroich in die 2. Liga.

Auch der Name des für Eintracht spielenden Maciej Dmytruszynski dürfte am Höhenberg noch einen guten Klang haben. Wer erinnert sich nicht mit einem wohligen Schauer an den 3. September 2008, als der 2,04 Meter große Rückraumschütze dem damals gerade mal wieder in die Bundesliga zurückgekehrten TSV Dormagen in der ausverkauften Sparkassen-Arena des THW Kiel durch einen Siebenmetertreffer nach der Schlusssirene ein geradezu sensationelles 28:28-Unentschieden bescherte. Sein neuer Teamkollege Johannes Clausing trug ebenfalls schon das Trikot des TSV. "Jojo habe ich zu uns in Internat geholt", sagt Bohrmann.

Damit weiß er nur zu genau, welche Klasse im Kader der Gäste steckt: "Die sind körperlich sehr präsent und haben den stärksten Angriff der Liga." Nur die TSG Bielefeld (33,2) erzielt im Schnitt mehr Treffer als Hagen (32,2).

193 Tore stehen nach sechs Spielen zu Buche, 45 (elf Siebenmeter) davon gehen auf das Konto des auf Rechtsaußen und im rechten Rückraum eingesetzten Marius Kraus. Zudem verfügt die Eintracht, die als Tabellenachter (6:6) zwei Punkte weniger gesammelt hat als der TSV (8:4) auf Rang fünf, im Ex-Lemgoer Marco Stange über einen Bundesliga-erfahrenen Torhüter. Im Vorjahr hätte es den VfL freilich um ein Haar erwischt. Erst unter Khan, der im Januar Krzysztof Szargiej abgelöst hatte, war der Sprung auf den Relegationsplatz gelungen.

Das Ticket für die 3. Liga sicherte sich Hagen dann in den Spielen gegen die TSG Söflingen aus dem Süden und die HSG Pohlheim aus dem Osten. Dabei hatte sich der extra für diese Relegation an Bord gekommene Marco Stange als entscheidender Rückhalt erwiesen.

Gegen die Offensivkraft der Gäste setzt Bohrmann, der Freitag seinen 44. Geburtstag feiert, einen stabilen Deckungsverband, in dem Dennis Marquardt als zentrale Figur fungiert. Dass seine Truppe das beste Torverhältnis der Liga aufweise, sei aber ein Verdienst der gesamten Mannschaft, möchte der Coach gerne festgehalten wissen. "Das macht deutlich, dass die Spieler bis zur letzten Sekunde fighten und keinen Ball verloren geben."

(NGZ/ac/rl)
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