DHC Rheinland: DHC-Spieler hängen in der Luft

DHC Rheinland : DHC-Spieler hängen in der Luft

Die Moral ist ungebrochen bei den Handballern des Dormagener HC Rheinland, das machte auch die 23:27-Niederlage in Wetzlar deutlich. Doch bei den Spielern, die noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden haben, macht sich zunehmend Verunsicherung bemerkbar.

Die Saison neigt sich dem Ende entgegen in der Handball-Bundesliga, was bei den Protagonisten auf Trainerbänken und Parkett allenthalben für Erleichterung sorgt. Nur beim DHC Rheinland hält sie sich in engen Grenzen — kein Wunder, steht doch der Großteil der Dormagener Handballer in zwei Wochen auf der Straße.

Denn nur Hannes Lindt (TuSEM Essen) und Kentin Mahé (VfL Gummersbach) haben bislang Verträge mit neuen Arbeitgebern unterschrieben. Beim Rest macht sich mehr und mehr Verunsicherung breit, das war allem Einsatz, aller Kampfmoral zum Trotz bei der 23:27-Niederlage (Halbzeit 10:12) bei der HSG Wetzlar deutlich zu spüren.

"Es hat uns die nötige Konzentration gefehlt", fasste Trainer Kai Wandschneider die sechzig Minuten "Sommerhandball" vor der stattlichen Kulisse von 3794 Zuschauern zusammen. Einen Vorwurf wollte er seinen Schützlingen daraus nicht machen — der 51 Jahre alte Handball-Lehrer weiß zu genau, was derzeit in den Köpfen seiner Spieler vor sich geht.

Zum Beispiel in dem von Daniel Wernig. "Ich hatte eigentlich vor, mindestens zwei Jahre in Dormagen zu bleiben", sagt der vor Saisonbeginn aus Frankfurt gekommene Rechtsaußen. Ob es dazu kommt, weiß der 23-Jährige nicht, schließlich liegen bis zum Ende des Insolvenzverfahrens am 10. Juni alle Gespräche und Vertragsverhandlungen auf Eis (die NGZ berichtete). "Ich bin nach wie vor für alles offen", sagt Wernig. Was bei ihm und anderen an den Nerven zehrt, ist die Unsicherheit, ob sie in eventuellen Planungen für die Zweite Liga überhaupt eine Rolle spielen beim DHC.

Als "ausgesprochen unglücklich" empfindet auch Max Holst die Situation, die einer Endlos-Warteschleife gleicht: "Die, die bleiben möchten, hätten schon gerne ein Signal", meint der 22-Jährige, der seit 2003 in Dormagen Handball spielt. Er scheint dazu zu gehören, auch wenn er zugibt: "Ich habe viele Gespräche geführt, leider auch mit anderen. Schließlich kann man damit nicht bis zum 10. Juni warten." Auch die HSG Wetzlar soll zu jenen Klubs zählen, die Interesse an dem Linksaußen haben, der in der Hinrunde erfolgreich zum Mittelmann "umgeschult" wurde. Mit seinen acht Toren, so viele wie sonst keiner am Samstagabend auf beiden Seiten, dürfte er sich den Hessen noch einmal nachdrücklich empfohlen haben.

Aus Dormagen war eh keiner da, bei dem er (oder andere) sich hätten empfehlen können. "Wie es weitergeht, weiß ich nicht", sagt Holst und bezieht das sowohl auf sich als auch auf den DHC Rheinland. "Dass wir die Lizenz bekommen haben, war ein positiver Schritt", findet der 22-Jährige. Nur wird es langsam Zeit, dass der nächste folgt, sonst steht der DHC am Ende zwar mit Lizenz, aber ohne Personal da.

(NGZ)
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