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DHC Rheinland: Zwischen Hoffen und Bangen

DHC Rheinland : Zwischen Hoffen und Bangen

Heute tagt das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga, um über die Klage des DHC Rheinland zu entscheiden. Ein Urteil wird allerdings noch nicht erwartet. Derweil betreiben die Dormagener Spieler weiter beste Eigenwerbung.

Rein sportlich gesehen hat sich Dirk Andres als Glücksbringer erwiesen für den DHC Rheinland: "Wenn ich dabei war, haben wir noch kein Spiel verloren", sagt der vom Amtsgericht Düsseldorf bestellte Insolvenzverwalter.

In der Tat steuern die Dormagener Bundesliga-Handballer auf Erfolgskurs, seit der Düsseldorfer Rechtsanwalt das Sagen hat: Das 33:28 (Halbzeit 17:14) am Freitagabend über die damit wohl zum Abstieg verurteilte HSG Ahlen-Hamm bedeutete bereits den vierten (Heim-)Sieg seit Einreichung des Insolvenzantrags Mitte Februar. Zehn Punkte hat das an Weihnachten scheinbar abgeschlagene Schlusslicht in der Rückrunde geholt, das sind nur zwei weniger als der VfL Gummersbach im gleichen Zeitraum, und sich dadurch auf den drittletzten Tabellenplatz vorgearbeitet, der im Normalfall die Relegation gegen den besten Zweitliga-Zweiten (derzeit Minden gegen Bergischer HC) bedeuten würde.

Ein Dauerengagement will Dirk Andres trotzdem nicht eingehen bei den Dormagenern. Im Gegenteil: "Wir wollen die Insolvenz so schnell wie möglich abschließen, damit die GmbH wieder wirtschaftlich gesund ist", sagt der Anwalt. Er sieht das Vorhaben auf gutem Weg, die wichtigsten Gläubiger hätten ihre Zustimmung zum Insolvenzplan bereits signalisiert. "Es gibt keinerlei Anzeichen, dass der Plan nicht akzeptiert wird", sagt er mit Blick auf die Gläubigerversammlung am 26. Mai. Stimmt sie auch formal zu, könnte die Insolvenz zwei Wochen später beendet sein.

Bleibt die bange Frage, ob das die Handball-Bundesliga (HBL) zu einem Umdenken in Sachen Lizenzerteilung bewegen wird. Einen ersten Fingerzeig erhofft sich Andres heute Mittag, wenn das Schiedsgericht der HBL in Minden zum ersten Erörterungstermin über die von ihm eingereichte Klage zusammenkommt. Mit einem Urteil rechnet er noch nicht: "Wie schnell das erfolgt, hängt von den Schiedsrichtern ab."

Geht es nach Spielern und Fans, sollen die zwei Punkte von Freitagabend nicht die letzten gewesen sein. Ganz kecke unter ihnen haben bereits ausgerechnet, dass der DHC mit zwei Siegen rein sportlich gesehen sogar den direkten Klassenerhalt schaffen kann, falls Balingen kein Spiel mehr gewinnt. "Wir wollten zeigen, dass wir sportlich in diese Liga gehören. Das ist uns mit Platz 16 gelungen", sagt Trainer Kai Wandschneider, der beim 33:28 zwei Spieler heraushob: Torhüter Jens Vortmann, der nach schwachem Beginn auf 13 gehaltene Würfe, davon zwei Siebenmeter, kam. Und Rechtsaußen Tobias Plaz, der fünf seiner sechs Treffer nach der Pause erzielte, als der Rückraum um die im ersten Durchgang starken Bartosz Konitz und Hannes Lindt zu schwächeln begann.

Jetzt wünschen sich alle eins: Gegen Magdeburg am 27. Mai, im vielleicht endgültig letzten Erstliga-Spiel der Dormagener Handball-Geschichte, "da muss die Halle noch mal richtig voll werden," sagt Pressesprecher Detlev Zenk.

(NGZ)