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DHC Rheinland: Für die Gäste ist es das "Endspiel"

DHC Rheinland : Für die Gäste ist es das "Endspiel"

Die TSG Friesenheim hat der DHC Rheinland wohl schon zum Abstieg aus der Handball-Bundesliga verdammt, der HSG Ahlen-Hamm droht das gleiche Schicksal. Denn nur mit einem Sieg heute Abend in Dormagen kann der Aufsteiger noch den DHC vom Relegationsplatz verdrängen.

Unter normalen Umständen wäre das Dormagener Sportcenter wohl längst ausverkauft. Denn unter normalen Umständen ginge es in der Partie, die die Unparteiischen Lars Geipel und Marcus Helbig (Magdeburg) dort heute um 19.45 Uhr anpfeifen, für beide Mannschaften um alles.

Weil der DHC Rheinland jedoch aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens bereits als Absteiger feststeht, ist die Begegnung nur aus Sicht der Gäste ein "Endspiel": "Wenn wir gewinnen", sagt Maik Machulla, Mittelmann und in der nächsten Saison Spielertrainer der HSG Ahlen-Hamm, "dann sind wir weiter im Geschäft. Verlieren wir, dann sind wir, realistisch betrachtet, weg vom Fenster. Dieses Spiel ist für uns wie ein Finale".

Die Konstellation ist eindeutig: Hat die aktuelle Tabelle am letzten Spieltag Bestand, steigt nicht nur der DHC Rheinland (16. mit 12:48 Punkten) ab. Auch die hinter ihm platzierten HSG Ahlen-Hamm (17. mit 11:49) und TSG Friesenheim (18. mit 11:51) müssten dann die Erste Liga verlassen, in die sie gerade erst aufgestiegen sind. Angesichts des Restprogramms — Friesenheim spielt noch gegen den frisch gekürten Meister HSV Hamburg, den VfL Gummersbach und bei den Rhein-Neckar Löwen, Ahlen-Hamm in Melsungen sowie gegen Berlin und Flensburg — ist die Wahrscheinlichkeit recht gering, an den letzten drei Spieltagen noch einen Punkt zu ergattern. "Wir müssen gewinnen, sonst ist die Chance auf die Relegation wohl dahin", sagt deshalb auch Machulla.

Kai Wandschneider sieht das ähnlich: "Die müssen gewinnen, wir wollen gewinnen." Trotzdem hat der Dormagener Trainer seine Schützlinge gewohnt akribisch auf die heutige Partie vorbereitet, ganz so, als wenn es auch für den DHC um "Alles oder Nichts" gehe: "Wir wollen ja keine Wettbewerbsverzerrung." Schließlich haben die Dormagener die TSG Friesenheim mit ihrem 30:26 schon so gut wie zum Abstieg verdammt. Der Trainer ist überzeugt, dass seine Spieler mit genau der gleichen Einstellung in die heutige Begegnung gehen: "Für uns hat sich ja nichts geändert. Wir wollen uns nach wie vor anständig aus einer Situation verabschieden, die wir nicht verschuldet haben." Mit Blick auf die Siege über Melsungen, Friesenheim und Balingen ist er überzeugt, "dass wir ohne die finanziellen Probleme wieder den Klassenerhalt hätten schaffen können" — die Tabelle gibt ihm zumindest bis heute Abend Recht.

Während Wandschneider seine "Bestbesetzung" aufbieten kann — auch Daniel Wernig und der zwischenzeitlich grippekranke Fabian Böhm haben das Training wieder aufgenommen — muss Kay Rothenpieler auf die am Knie verletzten Einar Holmgeirsson und Frank Schumann verzichten. "Das sind natürlich Ausfälle, die uns richtig weh tun", sagt der HSG-Trainer — besonders im "Endspiel".

(NGZ)