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Dormagen: Handball-Fans atmen auf

Dormagen : Handball-Fans atmen auf

Das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga hat der DHC-Klage stattgegeben. Endet das Insolvenzverfahren wie geplant, kann der Club nächste Saison in der 2. Handball-Bundesliga antreten. Stadt und Fans jubeln.

Aufatmen beim DHC Rheinland: Der Kampf um die Lizenz für die 2. Bundesliga, die von der Handball-Bundesliga nicht erteilt worden war, hat sich gelohnt: Das Schiedsgericht befand jetzt, dass die Lizenz erteilt werden muss, wenn die Insolvenz bis zum 10. Juni aufgehoben wird.

"Das ist die Entscheidung, die der DHC und alle seine Fans verdient haben — ein glücklicher Moment für unsere Sportstadt Dormagen", sagte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann zur Entscheidung des unabhängigen Schiedsgerichts der Handball-Bundesliga.

Auflagen für den DHC

Auch als die Handball-Bundesliga die Lizenz für die 2. Liga zunächst abgelehnt hatte, hielten Fans und Sponsoren dem DHC die Treue. Zu den Auflagen der HBL gehört, dass der DHC das laufende Insolvenzplanverfahren bis zum 10. Juni abgeschlossen haben muss. Dies sieht der Plan des Insolvenzverwalters Dirk Andres vor, nachdem Fans und Sponsoren rund 200 000 Euro zur Rettung des Vereins gespendet hatten. Hoffmann: "Wir können davon ausgehen, dass Dormagen sein sportliches Aushängeschild behält."

Das freut am meisten die Fans, die den DHC in jedem Spiel unterstützen — wie Christian Genzer, Vorsitzender des Fanclubs Blau-Weiß. "Wir sind erleichtert und froh", sagt er. "Man kann nur allen danken, die dafür gearbeitet haben, auch Heinz Lieven und den Organisatoren der Rettungs-Party." Sein Sonntag sei jedenfalls gerettet. Viele Sonntage von Michael Beckmann ebenfalls. Beckmann, der ein Spendenkonto für den DHC eingerichtet hatte, ist froh, das Geld nun bald überweisen zu können — immerhin knapp 32 000 Euro. "Ich fühle mich sehr erleichtert", gesteht der Handball-Fan. "Nun trommeln wir in der Zweiten Liga weiter", sagt er und lobt die "Rumpfmannschaft", die eine tolle Moral gezeigt und unermüdlich gekämpft habe.

Auch beim TSV Bayer Dormagen sorgte die Nachricht für Freude. "Wir sind froh, den bewährten Weg weitergehen zu können und wollen die Kooperation vertiefen", sagt Geschäftsführer Frank Neuenhausen. Ein Neuanfang bliebe dem Dormagener Handball erspart. Wie sehr die Dormagener bis zuletzt gehofft haben, dass es weiter geht, zeigt dies: Das Angebot, die Spende zurückzuerhalten, als die Lizenz für Liga Zwei auf der Kippe stand, haben sich laut Stadtsprecher Harald Schlimgen "nur drei Dormagener" gemeldet — nur einer forderte das Geld zurück. "Die beiden anderen baten darum, die Spende einem anderen guten Zweck zuzuführen."

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(NGZ)