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Er war Kandidat für die Grünen in Dinslaken: Betroffenheit über Schritt von Tareq Alaows

Aus Syrien geflüchteter Bewerber lässt Bundestagskandidatur fallen : Betroffenheit über Schritt von Alaows

Politiker seines Wahlkreises bedauern den Rückzug von Tareq Alaows, der bei der Bundestagswahl für die Grünen antreten wollte. Der Abgeordnete der Linken beklagt, dass Anfeindungen und Drohungen für Menschen mit migrantischen Wurzeln zum Alltag gehören.

Der Rückzug von Tareq Alaows, der bei der Bundestagswahl als Kandidat der Grünen in Dinslaken und Oberhausen antreten wollte, hat betroffene Reaktionen ausgelöst. Alaows ließ Montag über die Partei erklären, dass er seine Kandidatur fallenlässt. Begründet wurde das mit massiven Rassismuserfahrungen, die Rede war auch von Morddrohungen gegen seine Familie in Syrien.

Der Bundestagsabgeordnete von Die Linke aus dem Wahlkreis für Oberhausen und Dinslaken, Niema Movassat, teilte mit, es mache ihn sprachlos, „dass ein engagierter politischer Mensch auf eine Kandidatur verzichtet, weil er bedroht und rassistisch angefeindet wurde“. Leider gehöre das für Politikerinnen und Politiker mit migrantischen Wurzeln zum Alltag. „Auch ich kann Wände füllen mit rassistischen Beleidigungen und Drohungen, die zu 99 Prozent ohne jede Konsequenz bleiben für die Täter, wenn man Anzeige erstattet.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Vöpel aus dem Wahlkreis nannte rassistische Angriffe empörend und beschämend. „Wo sind wir eigentlich schon wieder hingekommen, wenn politisch engagierte Menschen durch offene Gewaltandrohungen gegen sich selbst und ihnen Nahestehenden davon abgehalten werden, ihre elementarsten demokratischen Grundrechte wahrzunehmen?“, so Vöpel. „Es darf nicht sein, dass Menschen immer wieder keine andere Möglichkeit sehen, als von Mandaten oder Kandidatur zurückzutreten, um sich selbst und ihr soziales Umfeld vor Hass und Hetze zu schützen.“

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Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), äußerte ihr Bedauern über den Schritt von Tareq Alaows. „Dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft bedroht und damit von demokratischem Engagement abgehalten werden, dürfen wir niemals hinnehmen“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.  mit AFP

(RP/AFP)