1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Grüner Bundestagskandidat aus Dinslaken: Tareq Alaows zieht Kandidatur zurück

Aus Syrien geflüchteter Politiker : Grüner zieht Bundestagskandidatur wegen Rassismuserfahrungen zurück

Tareq Alaows wollte als erster aus Syrien geflüchteter Politiker für die Grünen in den Bundestag einziehen. Anfang März stellten seine Unterstützer in Dinslaken und Oberhausen ihn vor. Jetzt zieht Alaows seine Kandidatur zurück.

Die Grünen in Dinslaken und Oberhausen haben ihren Bundestagskandidaten Tareq Alaows wieder verloren. Alaows ziehe seine Kandidatur zurück, teilt der Oberhausener Kreisverband der Partei mit. Grund dafür sei insbesondere die Sicherheit seines engsten Umfeldes.

„Die hohe Bedrohungslage für mich, und vor allem für mir nahestehende Menschen, ist der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner Kandidatur“, wird Tareq Alaows in der Mitteilung der Partei zitiert. Er habe während seiner Kandidatur massive, erschreckende Rassismuserfahrungen gemacht. „Meine Kandidatur hat gezeigt, dass wir in allen Parteien, der Politik und der Gesellschaft starke Strukturen brauchen, die strukturellem Rassismus entgegentreten und Betroffenen helfen”, so Alaows.

Weiter heißt es in seiner Erklärung: „Die große öffentliche Aufmerksamkeit für meine Kandidatur hat gezeigt, was für uns, geflüchtete Menschen, möglich sein kann. In unserer Gesellschaft mangelt es leider an diskriminierungsfreien Räumen in allen Bereichen des Lebens. Es ist an uns allen, dies konkret in unserem Umfeld anzugehen und zu verändern.”

  • Willy Regelmann an einen Parkscheinautomaten mit
    Knöllchen wegen Parkens ohne gültigen Parkschein : Autofahrer (83) verärgert übers Ordnungsamt Dinslaken
  • So könnte das neue Parkhaus aussehen.
    Parkplatzdebatte in Erkelenz : Politik fordert Tempo beim Parkhaus
  • Grünen-Parteichefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.
    Bundestagswahlprogramm 2021 : Das wollen die Grünen nach den Wahlen durchsetzen

Er danke allen, die ihn auf seinem Weg begleitet und unterstützt hätten. Er habe viele Situationen erlebt, die ihm große Hoffnung gegeben hätten, sowohl in der Partei als auch außerhalb. Es habe unglaublich viel Unterstützung von Einzelpersonen, aus der Zivilgesellschaft und auch aus seinem Team gegeben. „Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.”

Die Grünen in Dinslaken wollten sich auf Anfrage in keiner Weise zu der Sache äußern. So sei es mit allen Beteiligten abgesprochen, versichert man dort. In der allgemein gehaltenen Mitteilung der Partei heißt es, dass die Grünen in Dinslaken und Oberhausen die Entscheidung von Alaows bedauerten. „Wir hätten uns gewünscht, weiterhin mit Herrn Alaows als unseren Bundestagskandidaten für eine humane Asyl- und Migrationspolitik streiten zu können. Leider ist dies aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht mehr möglich. Für diese Entscheidung des Rückzugs zum Wohle der Sicherheit seines engsten Umfelds hat er Respekt verdient und unseren Rückhalt.“

Für die Aufstellung einer neuen Bundestagskandidatin sei ausreichend Zeit, es werde nun mit der Kandidatinnen-Suche begonnen. Tareq Alaows wiederum werde sich für einen gewissen Zeitraum aus der Öffentlichkeit zurückziehen und keine Fragen beantworten.

Alaows hatte Anfang Februar bekanntgemacht, dass er bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis Dinslaken / Oberhausen antreten will. „Ich kandidiere als erster aus Syrien Geflüchteter für den Bundestag, um mit meiner Stimme die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen in Deutschland zu vertreten und für eine vielfältige und gerechte Gesellschaft für Alle einzutreten“, teilte er seinerzeit mit. Er wolle sich „gegen die Klimakrise und für gesellschaftliche Vielfalt einsetzen“.

(szf)