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Corona und Schulen in NRW: Maskenfreiheit auf Prüfstand - Keine Schließungen

Corona-Pandemie : Keine Schulschließungen in NRW - aber Maskenfreiheit auf Prüfstand

Trotz der auch in Nordrhein-Westfalen stark ansteigenden Corona-Zahlen will die Landesregierung weder Schulen schließen noch die Anwesenheitspflicht aussetzen. Allerdings könnte die Befreiung von Masken kippen.

Auch eine Verlängerung der Weihnachtsferien sei nicht geplant, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf. Auf dem Prüfstand steht aber die umstrittene Maskenfreiheit im Klassenraum. Das Kabinett werde am Dienstag nach Auswertung neuer Infektionszahlen in den Schulen über weitere Präventionsmaßnahmen beraten, sagte Gebauer. „Dazu würde eine Maskenpflicht gehören.“

Das Infektionsgeschehen nehme auch in NRW „spürbar“ zu, sagte Gebauer. Das registriere das Ministerium auch bei den wöchentlichen Erhebungen in den Schulen. „Ich habe mich immer sehr stark für den Präsenzunterricht eingesetzt“, sagte Gebauer. „Ich bin auch der Meinung, dass wir die Präsenzpflicht dringend brauchen, damit die Kinder in die Schulen kommen, auf die wir ein besonderes Auge werfen müssen.“

Die Maskenpflicht im Unterricht war in NRW Anfang November ausgesetzt worden. Schülerinnen und Schüler müssen aber weiterhin den Mund-Nasen-Schutz im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor längerer Zeit abgeschafft worden.

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In den Kitas seien derzeit keine zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen wie Gruppentrennungen oder die Reduzierung der Betreuungszeiten geplant, sagte FDP-Familienminister Joachim Stamp. Die Wissenschaft warne aber vor Virus-Mutationen aus Südafrika. „Insofern wäre es fahrlässig, irgendetwas für die Zukunft auszuschließen.“ Er werde mit Ministerin Gebauer aber darauf achten, „dass die Kinder die Letzten sind, die jetzt in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagte Stamp, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist. „Wir werden die Bildungsrechte verteidigen.“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich gegen Schul- und Kitaschließungen ausgesprochen. „Es muss jetzt unser oberstes Ziel sein, Kitas und Schulen offen zu halten“, sagte Steinmeier am Freitag in einer Video-Ansprache zum 10. Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf.

Kinder und Jugendliche, die sich nicht oder erst seit kurzem impfen lassen könnten, hätten zu Beginn der Pandemie einen hohen Preis zahlen müssen, um ältere Menschen zu schützen, sagte Steinmeier. Schulschließungen hätten dazu geführt, dass gerade die Schülerinnen und Schüler, die es beim Lernen ohnehin etwas schwerer hätten, weiter zurückgefallen seien. „Und wir wissen inzwischen auch, dass viele junge Menschen bis heute unter körperlichen und seelischen Folgen von Isolation und Einsamkeit leiden“, sagte der Bundespräsident. „Es ist jetzt an uns, die junge Generation vor weiteren Schäden zu schützen.“

Daher müsse dafür gesorgt werden, dass Kitas und Schulen offen blieben. „Und wie das geht, das wissen wir alle: Lassen Sie sich impfen und erneuern Sie Ihren Impfschutz.“ Steinmeier rief auch dazu auf, freiwillig Kontakte zu reduzieren.

(top/dpa)