Hilden: Qiagen bekommt neuen Chef-Kontrolleur

Hilden: Qiagen bekommt neuen Chef-Kontrolleur

Gründer Detlev Riesner (72) geht, SAP-Manager Werner Brandt kommt.

Historischer Wechsel beim Biotech-Unternehmen Qiagen: Der Gründer und langjährige Aufsichtsrats-Chef Detlev Riesner zieht sich zurück. Auf der Hauptversammlung im Juni wird der 72-Jährige nicht mehr antreten. Sein Nachfolger soll SAP-Finanzvorstand Werner Brandt werden, der derzeit einfaches Aufsichtsratsmitglied ist. Dies will Qiagen am Montag mitteilen.

Für Qiagen bedeutet der Wechsel eine Zäsur. Der Düsseldorfer Biophysik-Professor Riesner hatte 1984 gemeinsam mit drei Studenten das Unternehmen gegründet. Zunächst fand man Unterschlupf bei Henkel in Düsseldorf, später zog man aus Kostengründen auf die grüne Wiese nach Hilden. Zunächst hieß das Unternehmen "Diagen" (von "Diagnose" und "Genetik"). Bei der Expansion in die USA musste der Name geändert werden, dort gab es bereits ein gleichnamiges Unternehmen. 1996 ging Qiagen in den Vereinigten Staaten an die Börse. Heute macht die einstige Studenten-Firma, die sich auf medizinische Tests (etwa für Tuberkulose) spezialisiert hat, mit 4000 Mitarbeitern einen Umsatz von 940 Millionen Euro. Der Gewinn war 2013 zwar wegen Umbaukosten auf 46 Millionen eingebrochen. Sollte aber Lanxess aus dem Dax absteigen, gilt Qiagen wegen seiner hohen Marktkapitalisierung als möglicher Nachfolger.

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Detlev Riesner, der bei Nobelpreisträger Manfred Eigen promoviert hatte und bis 2006 an der Universität Düsseldorf tätig war, hatte Qiagen seit 1996 als Aufsichtsrat begleitet. Er bleibt seinem Unternehmen als Aktionär verbunden. Mit der Kür von Brandt zum Chef-Kontrolleur will Qiagen auch ein Zeichen setzen. Qiagen konzentriert sich zunehmend auf den Bereich Bioinformatik. Dabei werden große Datenmengen aus genetischem Material verarbeitet. Brandt, der vom Software-Riesen SAP kommt, soll den Wandel begleiten. Der 59-Jährige sitzt auch im RWE-Aufsichtsrat.

(RP)
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