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Auf den neuen Chef von Ceconomy wartet viel Arbeit

Elektronikhandel : Auf den neuen Chef von Ceconomy wartet viel Arbeit

Der bisherige Eon-Manager Karsten Wildberger wird am 1. August Chef des Eektronikhändlers. Er löst den Interimschef Bernhard Düittmann ab, der das Amt seit Oktober 2019 innehatte.

Mehr als eineinhalb Jahre hat Bernhard Düttmann den Job als Chef des Elektronikhandelskonzerns Ceconomy gemacht. Einmal wurde sein im Oktober 2019 als Interimslösung geschlossener Vertrag schon verlängert, ein zweites Mal wird das jedoch nicht nötig sein: Auf den Chefposten rückt nun Karsten Wildberger, der vom Energiekonzern Eon kommt. Wildberger hat ab 1. August nicht nur die Verantwortung für den Gesamtkonzern, sondern auch für die Media-Saturn GmbH, unter der die Elektronikhandelsketten Media-Markt und Saturn versammelt sind. In dieser Funktion löst er den Spanier Ferran Reverter ab, der zum spanischen Fußballclub FC Barcelona wechselt. Düttmann werde Wildberger bis zu seinem Vertragsende am 16. Oktober „beratend und unterstützend zur Verfügung stehen“, teilte Ceconomy am Dienstag mit.

Für Wildbergers Wechel von Eon zu Ceconomy gilt das, was man über jede Personalveränderung in der Pandemie sagen kann: Die neue Kraft hat’s nicht leicht. Die Folgen der Corona-Krise haben bei dem Konzern erneut tiefe Spuren hinterlassen. Die Erkenntnis des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Düttmann lautet: „Der zweite Lockdown ist deutlich länger und tiefgreifender als der erste vor einem Jahr.“ Die Folge: ein Umsatzrückgang im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021, das bis Ende September dauert, um etwa sieben Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Operativ ist der bereinigte Verlust (Ebit) um 15 Millionen auf 146 Millionen Euro gewachsen. Die Aktie verlor zwischenzeitlich etwa zwölf Prozent; zum Handelsschluss lag das Kursminus immer noch bei rund 10,5 Prozent.

Dass das Umsatzminus allen lockdownbedingten Zwangsschließungen von Niederlassungen zum Trotz vergleichsweise moderat ausfällt, liegt auch bei Ceconomy am boomenden Online-Geschäft. Dieses macht in der Pandemie mit rund 2,1 Milliarden Euro nahezu die Hälfte der Erlöse aus. Aber es kann den großflächigen Ausfall des stationären Geschäfts nicht komplett kompensieren. Zuletzt waren immer noch gut vierzig Prozent der konzerneigenen Märkte geschlossen – mehr als die Hälfte davon befindet sich in Deutschland. Zudem ist das Click & Meet, also der Einkauf nach vorheriger Terminvereinbarung, nicht wirklich attraktiv für viele Händler, auch weil sie merken, dass es einem Teil der Kundschaft zu unbequem ist, unter diesen Bedingungen einkaufen zu gehen.