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Nationalmannschaft: Joshua Kimmich ist wieder da​

Zurück im Nationalteam : Joshua Kimmich ist wieder da

Joshua Kimmich ist nach sieben Monaten in den Kreis der DFB-Auswahl zurückgekehrt. Der Münchner ist einer der wichtigsten Bausteine im System von Bundestrainer Hansi Flick.

Joshua Kimmich hat alle Hände voll zu tun. Bei seiner Ankunft im Familien-Trainingslager in Marbella trug er sein Baby auf dem Arm ins Hotel, seine Lebensgefährtin Lina folgte mit den beiden anderen Kindern des Paares. An der Costa del Sol ist Kimmich aber nicht nur als liebevoller Vater gefragt: Im System von Bundestrainer Hansi Flick ist der Mittelfeld-Boss einer der wichtigsten Bausteine.

„Er bestückt eine Position, die entscheidend ist. Er muss im Zentrum abwägen, ob er das Spiel schnell oder langsam macht“, sagte Kapitän Manuel Neuer nach dem Training im Marbella Football Center.

Daher sehnte Flick die Rückkehr des 27-Jährigen nach sieben Monaten herbei. Erstmals seit seinem Debüt in der DFB-Auswahl im Mai 2016 hat Kimmich vier Länderspiele in Folge verpasst. Im November musste er als ungeimpfte Kontaktperson in Quarantäne, im März ließ das dritte Kind lange auf sich warten.

Jetzt ist Kimmich zurück und heiß. In den ersten Einheiten in Andalusien präsentierte er sich sehr aktiv und gab im Spiel auf engem Raum auf kleine Tore lautstark Anweisungen. „Es ist wichtig, dass wir in der Achse Spieler haben, die Verantwortung übernehmen. Neben Thomas Müller ist Joshua ein Spieler, der sehr viel Verantwortung übernimmt, das gerne macht und auch immer sehr motiviert ist“, lobte Neuer und ergänzte: „Er ist taktisch sehr geschult.“

Deswegen lässt Flick auch keine Zweifel daran, auf welcher Position er mit seinem ehemaligen Bayern-Schützling für die WM in Katar (21. November bis 18. Dezember) plant: „Auf der Sechs“, stellte der 57-Jährige klar, „ich sehe ihn bei uns nicht auf der Außenverteidigerposition.“

Dabei gibt es durchaus auch Zweifel, ob die zentrale Position vor der Abwehr die beste für den Münchner ist. Kimmich habe „defensiv zu viele Mängel“, stellte der ehemalige Weltklasse-Abwehrspieler Jürgen Kohler fest. Unterstützung erhielt er von Dietmar Hamann. Kimmich sei „kein Zerstörer“, analysierte der Ex-Nationalspieler: „Er will offensiv Akzente setzen, müsste aber für Stabilität und die Balance sorgen. Diese Kernaufgabe erfüllt er nicht. Ein Sechser ist er nicht.“

Diese Diskussion verfolgt auch Kimmichs Vereinscoach Julian Nagelsmann, der sich im heißen Transfersommer „ein, zwei Pressingmaschinen“ fürs Mittelfeld wünscht. Der 64-malige Nationalspieler Kimmich erlebte bei den Bayern eine für ihn ungewohnt wechselhafte Saison mit Höhen und Tiefen. Dazu trug auch seine viel diskutierte Haltung in der Corona-Pandemie bei. Erst verweigerte er den Pieks, dann erkrankte er selbst an COVID-19 und zeigte schließlich Reue. Es sei „eine sehr, sehr schwierige Zeit“ gewesen, gab Kimmich zu. Er habe seine Mitspieler „im Stich gelassen“.

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Jetzt geht sein Blick voraus. Ein richtig großer Titel mit der Nationalmannschaft fehlt dem Confed-Cup-Sieger von 2017 schließlich noch. Die WM 2018 und die Euro 2020 endeten mit herben Enttäuschungen.

„Seitdem wir am Werk sind“, sagte er kürzlich über „seine“ Generation, „haben wir es einfach nicht geschafft.“ Er sei sich aber sicher, „dass wir es besser können“. Mit „Papa“ Kimmich im Zentrum.

(lonn/SID)