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Borussia Mönchengladbach: "Tack-Tack, ein wenig Glück"

Borussia Mönchengladbach : "Tack-Tack, ein wenig Glück"

Der 3:2-Sieg über Hertha BSC bedeutet den Anschluss an die erweiterte Spitzengruppe. Drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde haben die Gladbacher genausoviele Punkte wie die Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen und FC Schalke 04.

Lucien Favre beschrieb die entscheidende Aktion des Tages auf seine Weise. "Tack-Tack, ein wenig Glück, Tack-Tack, ein wenig Glück, dann die Flanke für Hazard — es war ein schönes Tor", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach. Es war das dritte Tor seiner Mannschaft gegen Hertha BSC Berlin, deren zweiter Treffer durch den Elfmeter von Solomon Kalou zu spät kam. Mit dem 3:2 beendeten die Borussen nach drei Niederlagen in der Bundesliga ihre Ergebnisflaute des späten Novembers.

Sie machten vieles besser als in den Spielen zuvor, als unter anderem das Umschaltspiel nicht funktionierte. Doch richtig rund lief es noch nicht. Der Treffer des Belgiers Hazard, sein erster in der Bundesliga, war symbolisch für die Art und Weise des Erfolgs. Es war ein Konter, den Granit Xhaka mit einem mehr oder weniger unfreiwilligen Abpraller einleitete. Hazard spielte quer zu Ibrahima Traoré, dessen Schuss Peter Pekarik aber mit dem Kopf auf der Linie abwehrte. Hazard stocherte den Ball ins Netz. Die große Präzision, mit der Favres Ensemble in früheren Phasen der Saison gekontert hatte, fehlte. Doch war die nötige Entschlossenheit da. Borussia erarbeitete sich das Erfolgserlebnis.

"Wir wollten unbedingt eine Reaktion zeigen, für die Fans und für unser Selbstvertrauen", sagte Granit Xhaka. "Es war nach den drei Niederlagen ein wichtiger Sieg", befand Patrick Herrmann. Dass die verlorenen Spiele noch in den Köpfen herumspukten, war zu spüren. Zumal, als Berlin mit seiner ersten Chance Sekunden vor der Pause Tony Jantschkes 1:0 egalisierten — dank gütiger Mithilfe der Borussen. "Das war unschön. Aber wir haben uns in der Pause gesagt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen", berichtete Herrmann.

Anders als vor zwei Wochen beim 1:3 gegen Frankfurt, als die Borussen nach dem Ausgleich zu hektisch nach vorn spielten und dem Gegner Räume für Konter eröffneten, "haben wir jetzt geduldig gespielt", sagte Xhaka. Er war mit 105 Ballkontakten der aktivste Borusse und leitete mit einem geschickten Pass auf Alvaro Dominguez das 2:1 ein. Die Hereingabe des Spaniers bugsierte Raffael ins Tor (53.). Hazard sorgte 30 Minuten später für die Vorentscheidung.

Spielerisch sind die Gladbacher noch nicht wieder auf der Höhe. Doch sie besannen sich auf die Basiselemente des Spiels. "Auch wenn es vielleicht nicht immer schön aussah, haben wir die Zweikämpfe angenommen und versucht, füreinander zu kämpfen und zu laufen", sagte Xhaka. So hatten die Gladbacher die entscheidenden Situationen auf ihrer Seite, anders als in Dortmund (0:1), gegen Frankfurt (1:3) und in Wolfsburg (0:1). In Wolfsburg schaffte es beispielsweise Tony Jantschke in der letzten Minute nicht, den Ball aus dem Getümmel ins gegnerische Tor zu treten. Nun besorgte der Verteidiger nach der Freistoßflanke von Hazard mit einem Flugkopfball das 1:0 "Ein Tor nach einem Standard tut mal gut. Wir haben immer viele Standards, machen aber kaum Tore daraus", sagte Xhaka.

Klüttermann: "Ein zähes 3:2"

An der B-Note für den künstlerischen Ausdruck müssen die Borussen noch arbeiten. Doch wichtig war die Trendwende. Favres Team ist gut in den letzten Abschnitt dieses Fußballjahres gestartet, "der Sieg ist verdient", stellte der Trainer nach dem Pflichterfolg über die sehr defensiv auftretende Hertha fest. Da regte sich überhaupt kein Widerspruch.

Nun gibt es das finale Spiel in der Europa League gegen Zürich. Ein Remis im Heimspiel am Donnerstag reicht für die nächste Runde. "Aber wir wollen unbedingt den Gruppensieg und werden auf Sieg spielen", versicherte Xhaka. Wie das Gewinnen geht, wissen die Borussen jetzt wieder.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Jantschke trifft per Flugkopfball

(RP)