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Tony Jantschke: "Wir haben zum Glück keine Träumer im Team"

Borussia Mönchengladbach : Jantschke: "Wir haben zum Glück keine Träumer im Team"

Tony Jantschke war Borussias 3:2-Sieg gegen Hertha BSC Berlin einer der Hauptdarsteller. In der 9. Minute erzielte er sein fünftes Bundesliga-Tor per Kopf. Fast hätte er sein erstes Doppelpack fabriziert, doch Berlins Torhüter Thomas Kraft fingerte in der zweiten Halbzeit Jantschkes Linksschuss über die Torlatte. In der Schlussminute pfiff Schiedsrichter Marco Fritz nach seinem Tackling gegen Salomon Kalou Elfmeter. Genug Anlass für ein Gespräch mit dem 24-Jährigen.

Herr Jantschke, das 1:0 haben Sie nach Thorgan Hazards Freistoßflanke in bester Torjäger-Manier erzielt…

Tony Jantschke Ja, wenn ich mal ein Tor mache, dann nach einem Standard.

Fast wäre es sogar ein Doppelpack geworden.

Jantschke Der Ball war einfach schlecht geschossen von mir. Die ganze rechte Ecke war frei, den muss ich einfach machen. Punkt. Der Ball wäre sicherlich auch so reingegangen, aber wenn man den Ball dahin schießt, wo der Torhüter steht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ihn hält, größer. Ein flacher Schuss in die rechte Ecke wäre daher besser gewesen.

Wird es nochmal was mit einem Doppelpack?

Jantschke (grinst) Ich glaube, das war heute eine der größten Chancen überhaupt. Ob das nochmal passiert — ich weiß es nicht..

Mit Ihrem frühen Tor ging es gut los — dann fiel es nicht leicht, auf das zweite Tor zu spielen. Oder war es eher ein geduldiges Abwarten?

Jantschke Hertha hat sehr mannbezogen gespielt, darum muss man warten, bis sich Lücken bieten. Deswegen hatten wir kaum gute Torchancen. Es sah zwar alles schön aus, aber der letzte Pass hat gefehlt. Dann kam der Ausgleich aus dem Nichts. Es war eine sehr unglückliche Situation. In der Kabine dann sehr ruhig, aber das ist ja normal, wenn man so ein Tor bekommt. Das ist man erst mal geschockt. Nach er Pause haben wir uns aber den Sieg verdient.

Wie wichtig ist der Sieg?

Jantschke Für uns war es wichtig, nicht in einen negativen Lauf in der Bundesliga zu kommen. Wir hatten vorher eine doofe Serie. Es fing aber schon in Limassol an, wo wir uns gerade zum 2:0 gerettet haben. Dann war es eine Phase, die nicht gut lief mit drei Niederlagen in der Bundesliga in Folge. Aber so etwas gibt es, das habe ich immer wieder gesagt. Wir haben bei uns zum Glück keine Träumer im Team, wir wissen alle, was wir können und woran wir arbeiten müssen. Und wir wussten alle, dass so eine Phase kommen kann. Wir sind ruhig geblieben und haben gegen Hertha hoch verdient gewonnen.

Wie haben Sie die Elfmeter-Szene gesehen?

Jantschke Ich habe sie mir mit dem Schiedsrichter noch einmal angeschaut. Ich versuche, mich vor den Schuss zu werfen, Kalou sieht das und verzögert, tritt mir dann auf die Wade und fällt. Ich dachte erst, der Schiedsrichter hat in die andere Richtung gepfiffen. Aus der Sicht des Schiedsrichters sieht es allerdings so aus, als ob ich Kalou umhaue. Aber im Fernsehen sieht man, dass man nicht unbedingt Elfmeter pfeifen muss. Es war zum Glück in der letzten Minute, daher war es nicht entscheidend.

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Donnerstag ist das Europa-League-Spiel gegen Zürich. Ein Unentschieden reicht, um weiterzukommen.

Jantschke Es ist sozusagen ein Endspiel, das wir nicht verlieren dürfen. Die Ausgangslage ist demzufolge klar. Wir probieren natürlich, zu gewinnen. Wenn wir gewinnen, sind wir Gruppensieger, das ist ja keine schlechte Sache.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Jantschke trifft per Flugkopfball

(kk)