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Borussia Mönchengladbach: Die schwere Rückkehr zum leichten Spiel

Borussia Mönchengladbach : Die schwere Rückkehr zum leichten Spiel

Borussias hochgelobtes Umschaltspiel stottert auch beim 3:2 gegen Berlin weiter spürbar. Weil Protagonisten außer Form sind, die Gegner sich besser auf Gladbachs Spiel einstellen und sich die Saison kräftemäßig bemerkbar macht.

Es gehört zu den Regelmäßigkeiten eines Bundesligaspieltags, dass der Trainer, dessen Team gegen die Borussia aus Mönchengladbach antreten muss, verlässlich die Qualität des Umschaltspiels von Lucien Favres Mannschaft lobt. Solche Konstanz in den Aussagen hält auch in diesen Wochen an, obwohl besagte Qualität im schnellen Umschalten merklich nachgelassen hat. Was zunächst in der Saison flüssig, traumwandlerisch sicher und einfach wirkte, das müssen sich die Borussen nun erstmal wieder langsam, zäh und mühsam erarbeiten. Das ist auch eine Erkenntnis des 3:2 gegen Berlin.

Dass dem so ist, wissen die Beteiligten nur all zu gut. "So weitergehen wie am Anfang konnte es nicht, das ist schon richtig. Nach so vielen Englischen Wochen fehlt dann auch ein wenig die Power, von der halt kein Mensch wahrhaben will, dass sie fehlt. Gerade wenn beim Umschaltspiel nur zwei, drei Prozent fehlen, wird es schwer", sagte Christoph Kramer und nannte damit zwei Gründe, warum das überfallartige Überbrücken des Mittelfeldes nach Balleroberung mittlerweile oft einem langsamen Ballverschieben und Warten auf die richtige Lücke gewichen ist: Zum einen haben sich die Gegner naturgemäß besser eingestellt auf Gladbachs Flügelspieler und die Doppelspitze, zum anderen macht sich Anfang Dezember eben doch - auch das ist verständlich - der Kräfteverschleiß der Dreifachbelastung bemerkbar.

Wo an guten, frischen Tagen noch das Risiko des schnellen Spiels gesucht wurde, weil der Erfolg ein Selbstverständnis in den Aktionen mit sich gebracht hatte, wird gegen Ende der Hinrunde zuweilen eher das sichere Aufbauspiel vorgezogen. "Nicht bewusst, aber unterbewusst tritt man vielleicht doch mal eher auf den Ball und denkt sich ,Komm, jetzt lass mal nicht gleich wieder alle nach vorne sprinten'. Das ist ja auch risikoreich, weil man eben Ballverluste riskiert", sagte Kramer.

Drittens leidet der Gladbacher Konterfußball aber vor allem darunter, dass die, die ihn umsetzen sollen, mehrheitlich ihrer Bestform hinterherrennen. In der Zentrale gehen Raffael und Kruse zwar wie eh und je weite Wege und lassen sich als Ballverteiler auch weit fallen, aber die Fehlerquote beim Verteilen ist aktuell zu hoch, um das Spieltempo hochzuhalten. Und auf den Außenbahnen, auf denen die Post dann abgehen soll, ist mehr Flaute als Sturm. Patrick Herrmann bringt noch den meisten Speed auf den Platz, aber eben nicht oft genug in konstruktive Aktionen. Thorgan Hazard spielt mutig, aber zuweilen eben auch noch naiv im Zweikampf und wird robust manches Mal einfach abgekocht. André Hahn befindet sich momentan in dem Loch, dass bei der seit Sommer für ihn hohen Taktung auf hohem Niveau einfach zu erwarten war, ein Ibrahima Traoré machte es zwar gegen Hertha als Einwechselspieler gut, hat aber noch unbestritten Luft nach oben.

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Bei Borussia waren sie jedenfalls merklich froh, all denjenigen, die es gewagt hatten, angesichts der drei Niederlagen in Folge, das Wort "Krise" in Umlauf zu bringen, etwas Zählbares entgegensetzen zu können. "Wenn wir unsere Chancen früher nutzen, würde der Sieg jetzt nicht so hart erarbeitet wirken. Es war enorm wichtig für uns, dass wir gewonnen haben. Und es war eine gute Antwort auf die angedichtete Krise", sagte Kramer. Der nächste Sieg soll schon am Donnerstag gegen Zürich folgen, selbst wenn ein Punkt zum Weiterkommen reicht. "Zu Hause gegen Zürich muss du gewinnen. Punkt", sagte Kramer.

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(RP)