Borussia Mönchengladbach auch ohne Raffael gegen RB Leipzig

Hecking betont die Heimstärke: Borussia auch ohne Raffael gegen Leipzig

Der nächste Gegner, die Verletztenmisere, die Ereignisse vom Deadline Day – auf Borussias Pressekonferenz vor dem Duell mit RB Leipzig gab es einige Themen abzuarbeiten.

Neun Ausfälle sind in dieser Saison selbst bei Borussia ein überdurchschnittlicher Wert. Raffael fehlte schon vergangene Woche bei Eintracht Frankfurt und hat weiterhin Wadenprobleme, am Samstag gegen RB Leipzig gesellen sich Torwart Yann Sommer und Linksverteidiger Oscar Wendt dazu. "Oscars Ausfall trifft uns natürlich, weil er ein absoluter Stammspieler ist und sein Wort in der Kabine eine enorme Wichtigkeit hat", sagte Trainer Dieter Hecking über den Schweden, für den es – anders als für Sommer – keinen richtigen Ersatz gibt. "Wir haben schon viele Dinge meistern müssen, auch am Samstag werden wir eine gute Lösung finden."

Es läuft auf ein Duell zwischen Nico Elvedi und Tony Jantschke hinaus, wenn Hecking nicht mit U23-Spieler Mandela Egbo überrascht. Für Elvedi scheint etwas mehr zu sprechen, nachdem er schon in der zweiten Hälfte in Frankfurt links auf der Seite spielte. Mehr Möglichkeiten hätte der Trainer gehabt, wenn sich der Klub mit Lech Posen am Deadline Day auf einen Wechsel von Robert Gumny geeinigt hätte. Der Transfer war wenige Stunden vor dem Ende der Frist geplatzt, das Knie des 19-Jährigen soll nicht zweifelsfrei gesund gewesen sein. Zu Letzterem wollte sich Eberl nicht äußern. Auf die Frage, ob Wendts Verletzung für Hektik gesorgt habe, antwortete er: "Die Diagnose war zeitig da. Aber wenn ich mit einem Verein über eine Ablösesumme verhandel, muss ich doch nicht alle Karten auf den Tisch legen, wie schwer die Verletzung ist." Der Poker ging nicht auf, doch Gumny könnte im Sommer wieder ein Thema werden.

Hecking hat aktuell sowieso andere Sorgen und fokussiert sich ausschließlich auf das Spiel gegen Leipzig. Das 2:2 im Hinspiel macht ihm Mut, weil Borussia dort viele Zutaten von dem präsentierte, was auch am Samstag gefragt sein wird. "Wir dürfen Leipzig nicht die Räume geben, wenn sie ins Umschaltspiel reinwollen. Da müssen wir eine gute Ordnung haben und diszipliniert spielen", erklärte Hecking. "Genauso gibt es, wie wir im Hinspiel gesehen haben, aber auch für uns Lücken bei RB. Die gilt es, wieder zu finden."

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Wie eng es in der Liga zugeht, unterstrich der 53-Jährige noch einmal anhand des folgenden Gedankenspiels. "Nehmen wir nur mal die Spiele gegen Schalke und Köln: Wird der eine Elfmeter nicht zurückgenommen und bekommen wir den anderen, hätten wir im Idealfall fünf Punkte mehr und insgesamt 36. Dann würde es heißen: Gladbach kann RB Leipzig mit einem Heimsieg abhängen." Vorher hatte Hecking aber betont, dass über allen anderen Faktoren wie Verletzungspech und fehlendem Spielglück die eigene Leistung stehe.

Nach der mauen Kulisse vor zwei Wochen gegen Augsburg wird es im Borussia-Park auch wieder etwas voller, auch wenn 48.500 Zuschauer zunächst nicht so üppig klingen. Leipzig ist jedoch nur rund 1000 der 5400 Karten losgeworden, die dem Klub zustehen. "Wir sind mittlerweile die drittbeste Heimmannschaft der Liga, das geht gerade etwas unter", betrieb Hecking noch indirekt Werbung für einen Stadionbesuch. Dass die Gladbacher Ultras von Sottocultura einen 19-minütigen Stimmungsboykott angekündigt haben, findet Hecking "schade": "Ich kann es ein Stück weit verstehen, aber es ist natürlich nicht hilfreich."

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(jaso)