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Borussia Mönchengladbach: Transfer von Robert Gumny geplatzt

Deadline Day : Pole Gumny wechselt vorerst nicht nach Gladbach

Der Transfer des polnischen U21-Nationalspielers Robert Gumny zu Borussia Mönchengladbach ist geplatzt. Das bestätigten Quellen aus Polen unserer Redaktion.

Max Eberl, der Manager von Borussia Mönchengladbach, hat in der Vergangenheit die Transfergeschäfte meist recht schnell und zeitig abgearbeitet. Weswegen in der Borussen-Welt der Begriff "Deadline Day", mit dem der letzte Tag einer Transferperiode gemeint ist, lange ein Ding aus einer anderen Welt war. Dieses Mal jedoch sollte es einen Letzter-Tag-Transfer geben. Der 19 Jahre alte polnische Außenverteidiger Robert Gumny sollte von Lech Posen verpflichtet werden für 6,5 Millionen Euro, mit den vereinbarten Zuschlägen wären bis zu acht Millionen zusammengekommen. Doch der Transfer platzte, weil Borussia nach dem Medizincheck entschied, Gumny nicht zu holen.

Es wäre eine Ad-hoc-Geschichte geworden. Denn bis zum Wochenende schien es für die Borussen nur darum zu gehen, den englischen Defensivmann Reece Oxford erneut von West Ham United auszuleihen. Eberl war sich vergangene Woche sicher, dass es klappt. Doch zog sich der Deal hin wie ein alter Kaugummi, am Montag wurde Oxford im Londoner Derby gegen Crystal Place nochmal eingewechselt. Bis Mittwochnachmittag ist offen, ob er tatsächlich noch kommt, die Wahrscheinlichkeit sinkt von Stunde zu Stunde.

Am Dienstagmorgen beklagte Trainer Dieter Hecking dann großes Verletzungspech, von dem auch Linksverteidiger Oscar Wendt (Risswunde am Oberschenkel, eventuell ist der Muskel verletzt) betroffen ist. Das Risiko, am Ende ohne Oxford oder sonst eine Alternative dazustehen, war den Borussen wohl doch zu groß. So sollte sich Gumny schnell entscheiden. "Robert bekam eine Stunde, um darüber nachzudenken. Hätte er sich nicht dazu entschieden, hätte die Borussia ihren Blick auf einen anderen Spieler gerichtet. Er war ihre erste Wahl, aber wie üblich gab es auch andere Optionen. Robert dachte zwar über England nach, konnte aber nicht Nein sagen zu solch einem Angebot", sagte sein Onkel Krzysztof Gumny der Zeitung "Glos Wielkopolski". Der U21-Nationalspieler sagte "Ja" zur Borussia und reiste nach Gladbach.

Der Zukauf wäre - für Gladbacher Verhältnisse - überraschend gewesen. Dass Eberl nach einem Außenverteidiger schaut, war bekannt, doch war bis dahin der Däne Andreas Poulsen (18), ein Linksfuß, ein Thema. Gumny ist vor allem Rechtsverteidiger, kann aber auf beiden Außenseiten verteidigen. Er sei ein Typ wie der Dortmunder Lukasz Piszczek, sagen Experten in Polen: sehr schnell, dynamisch, angriffslustig und kampfstark in der Defensive.

Klingt gut. Doch beim Medizincheck befanden Borussias Ärzte, so ist in diversen polnischen Portalen zu lesen, dass Gumny nur zu 90 bis 95 Prozent gesund sei. Das Knie sei nicht zweifelsfrei in Ordnung, hieß es. Auch angesichts der hohen Ablösesumme nahm Borussia daher Abstand vom Transfer - zumindest in dieser Periode. Es hat schon skurrile Züge: Das Verletzungspech ereilt die Borussen nun sogar schon bei der Abwicklung von Transfers. Am frühen Mittwochnachmittag war Gumny schon wieder auf dem Heimweg. Er wäre der vierte Pole bei Borussia gewesen nach Andrzej Juskowiak (1996 bis 1998), Marcin Mieciel (2001 bis 2002) und Eugen Polanski (Eigengewächs, 1994 bis 2008).

Was Max Eberl gelernt hat in diesen Tagen: Geduld ist in Transfer-Angelegenheiten heute ein dehnbarer Begriff und wird sehr strapaziert. Der Manager wird weiter versuchen, langfristig zu arbeiten, doch muss er wohl immer wieder (und immer mehr?) Zugeständnisse machen an die Umstände. Und er muss akzeptieren, dass es niemals ein Nie gibt auf dem Transfermarkt, sondern nur noch ein "alles ist möglich". Das Thema Gumny ist jedenfalls durch für jetzt. Möglich, dass Gumny nochmal ein Thema wird im Sommer, aber dann dürfte auch Poulsen wieder aktuell werden. Nun ist die Frage, was mir Reece Oxford wird. Bis 18 Uhr muss da eine Entscheidung fallen. Dann ist das Transferfenster zu.

(jaso/kk)