Krefeld Pinguine vor unklarer Zukunft: Alle warten auf den Tag X

Unklare Zukunft der Pinguine : Alle warten auf den Tag X

Nach dem Statement von Mikhail Ponomarev stehen die Bedingungen für die Übergabe der Anteile der Energy Consulting weiter aus. Der Insolvenzantrag muss diese Woche nicht gestellt werden. Freitag sind die Haie zu Gast.

So kurz vor einem rheinischen Derby in der Yayla-Arena fiebern die KEV-Fans dem Auftaktbully mit Spannung entgegen. Das ist vor dem Gastspiel der Kölner Haie am Freitag (19.30 Uhr) nur bedingt der Fall. Denn nach wie vor zieht die Sorge um die Pinguine und den DEL-Standort Krefeld alle in ihren Bann. Sie warten sehnsüchtig auf den Tag X, an dem feststeht, ob das Gründungsmitglied der DEL gerettet oder das Aus besiegelt ist. Nachdem persönlichen Statement von Mikhail Ponomarev vom Mittwochabend, der die Anteile der Energy Consulting abgeben will, warteten die Verantwortlichen der Pinguine am Donnerstag auf die Bedingungen. Bei der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 21. Januar lautete Lösungsvorschlag eins, dass die Anteile für einen Euro übertragen werden, Ponomarev zusätzlich 300 000 Euro zahlt und die Pinguine auf alle Forderungen verzichten. Ob es dabei bleibt, wusste Geschäftsführer Matthias Roos am Abend noch nicht. Auf die Frage nach dem Insolvenzantrag antwortete er: „Den muss ich diese Woche noch nicht stellen.“

In Sachen Planung für die neue Saison läuft den Pinguinen immer schneller die Zeit davon. Roos ist in seiner Funktion als Sportdirektor mit Spielern und deren Beratern im Austausch: „Ich werde mit Spielern und Werbepartner keine Verträge schließen, solang nicht feststeht, dass die Pinguine in der DEL bleiben. Es besteht zwar die Gefahr, dass man Spieler verliert, aber diese Problematik habe ich ja schon im November angesprochen. Meines Wissens nach haben Spieler, die wir behalten wollen, noch nirgendwo anders unterschrieben.“ Natürlich wollen die Spieler, die bleiben wollen, auch genau wissen, wie es weitergehen wird. So einen Nebenkriegsschauplatz will keiner mehr mitmachen.

Wenn die Pinguine mit so viel Leidenschaft und Kampfgeist zur Sache gehen wie zuletzt im Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt, werden sich die derzeit schwer angeschlagen Haie am Freitag schwer tun. Mit elf Niederlagen in Folge stellten die Kölner intern einen neuen Negativrekord auf. Am Dienstag verlor das Team das Heimspiel gegen Nürnberg mit 3:5. Anschließend schloss Geschäftsführer Philipp Walter die Entlassung von Trainer Mike Stewart aus: „Es ist eine frustrierende Phase. Aber ich sehe, wie Mike mit der Mannschaft arbeitet und bin davon überzeugt, dass wir die Kurve kriegen.“ Sogar 2015, in dem Jahr, in dem die Haie letztmals die Play-offs verpassten, standen sie nach 41 Spielen besser da, waren Tabellenzehnter mit 60 – und am Ende Elfter mit 71 Punkten.

Zwei Kölner freuen sich besonders auf das Spiel in der Yayla-Arena. Pascal Zerressen, dessen Eishockey-Wiege in Krefeld steht, und Marcel Müller, der bei den Schwarz-Gelben eine erfolgreiche Zeit erlebte. Auch wenn die KEV-Fans nach dem jüngsten Duell gegen die Haie in Köln sauer waren, dass „Malla“ Stürmer Grant Besse bei einem Check mit der Schulter am Kopf erwischte, dürften ihm Pfiffe erspart bleiben. Schließlich war keine Absicht zu erkennen. Es lag wohl mehr am Größenunterschied zwischen den beiden Kontrahenten.

Die Pinguine können im Derby nahezu in Bestbesetzung antreten. Denn Trainer Pierre Beaulieu war am Donnerstag sichtlich erleichtert, dass Jeremy Welsh und Phillip Bruggisser trainieren konnten. Auch Torwart Jussi Rynnäs gab grünes Licht für einen Einsatz. So fehlen nur Justin Hodgman nur der Ex-Kölner Kai Hospelt, der nach der Länderspielpause wieder auf dem Eis trainieren will.