Krefeld Pinguine: Sieg gegen ERC Ingolstadt - Rettung weiter möglich

Klarer 4:1-Sieg : Pinguine schlagen Ingolstadt - Rettung weiter möglich

Die Energy Consulting stimmte am Freitagnachmittag mit der Kapitalerhöhung um 750 000 Euro einem Lösungsvorschlag zu. Die Mannschaft gewann das Heimspiel gegen Ingolstadt aufgrund einer starken Leistung mit 4:1.

Was auf dem Eis der Yayla-Arena am Freitagabend im Spiel zwischen Krefeld und Ingolstadt passierte, rückte trotz des tollen 4:1-Sieges der Pinguine in den Hintergrund. Denn gut vier Stunden vor dem Auftaktbully unterbreitete Wolfgang Peters, Anwalt des Hauptgesellschafters Energie Consulting, den Pinguinen per Mail Lösungsvorschlag Nummer zwei zur Rettung des DEL-Standortes Krefeld. Demnach will die Energy Consulting der Kapitalerhöhung in Höhe von 750 000 Euro durch einen noch nicht bekannten Investor der Pinguine zustimmen und zusätzlich 300 000 Euro zahlen. Damit wäre die laufende Saison gesichert und die Bürgschaft (100 000 Euro) für den Lizenzantrag der neuen Saison könnte bis zum 15. Februar bei der DEL eingereicht werden.

„Die Mail ist bei mir eingetroffen. Von einer Rettung kann aber noch keine Rede sein. Es besteht definitiv noch Gesprächsbedarf zwischen den Gesellschaftern zu den konkreten Inhalten des Angebots der Energy Consulting“, erklärte Geschäftsführer Matthias Roos vor dem Spiel. Wann nächste Woche der Notartermin stattfinden wird, steht noch nicht fest. Anwalt Peters will vorher noch in die Bücher der GmbH schauen: „Das geht schnell, denn ich glaube, dass Herr Roos mir alle Zahlen korrekt mitgeteilt hat.“ Ferner sei ihm zugesichert worden, dass er kurz vor dem Termin die Namen des neuen Investors erfährt. „Das stimmt so nicht. Ich muss erst noch mit dem Investor sprechen“, sagte Roos. Angesichts der Ereignisse der vergangenen Wochen ist sicher Skepsis angebracht, ob es beim Notar tatsächlich zu den notwendigen Unterschriften kommt. Gesellschafter Dirk Wellen sagte am Rande des Spiels, dass er daran nicht glaubt: „Wenn es doch so kommt, dann spendiere sich den Fans der Nordtribüne 500 Liter Bier.“

Da viele KEV-Fans auf der Nordtribüne vor dem Spiel nichts von der möglichen Rettung mitbekommen hatten, ließen sie mit diesem Transparent ihrem Unmut noch einmal freien Lauf und sangen „Schwarz und Gelb ein Leben lang“. Foto: Lammertz

Für den ersten Lösungsvorschlag, der die Übertragung der Energie-Anteile an Mit-Gesellschafter Dirk Wellen vorsah, hatte Roos für Freitagnachmittag einen Notartermin besorgt, den die Energy Consulting laut Peters nicht wahrnehmen konnte: „Wir können uns aber gerne sofort am Montag treffen“, sagte er im Gespräch mit der RP. Warum will Peters nun doch der Kapitalerhöhung zustimmen, die bereits am 6. Januar beim dann geplatzten Notartermin geplant war.? Vermutlich drängte Oberbürgermeister Frank Meyer darauf, der sich am frühen Freitagmittag mit Mikhail Ponomarev traf. Dabei soll es nicht nur um Fußball gegangen sein.

Eishockey gespielt wurde natürlich auch noch. Zunächst schallte aber „happy birthday“ von den Rängen. Das galt Stadionsprecher Kristian Peters-Lach, der sich trotz seines runden Geburtstages (40) das Spiel nicht nehmen lassen wollte. Während die Ingolstädter in Bestbesetzung antreten konnten, fehlte bei den Pinguinen kurzfristig der erkrankte Alex Trivellato. Die Gäste hatten sich nach der Heimniederlage am Sonntag im „Hinspiel“ fiel vorgenommen. Ihr Trainer begründete die Pleite unter der Woche mit dem „Mitleid, das seine Spieler mit den Pinguinen wegen derer Existenznot gehabt hätten.“ Das sorgte bei den Krefeldern neben der Nachricht von der möglichen Rettung für zusätzliche Motivation. Sie mussten zunächst eine Drangphase der Panther überstehen, gingen dann aber bei einer doppelten Überzahl in Führung (9.). Vinny Saponari fälschte einen harten Schuss von Phillip Bruggisser unhaltbar ab. Bis zur Pause war es alleine Torwart Rynnäs zu verdanken, dass es bei 9:22-Schüssen bei der knappen Führung blieb.

Auch im zweiten Drittel stand Rynnäs wie ein Feld in der Brandung. Der Finne geriet unter Dauerbeschuss. Gemeinsam mit seinen Vorderleuten meisterte zwei Unterzahlspiele. Die Pinguine konnten sich nur selten gefährlich befreien. Die beste Gelegenheit zum nächsten Treffer vergab Costello (35.). Besser machte es der Topscorer dann kurz vor der zweiten Pause, als er gemeinsam mit Saponari das 2:0 durch Daniel Pietta sehr schön vorbereite.

Im Schlussdrittel war das Match dann wieder ausgeglichener. Philipp Kuhnekath scheiterte kurz nach Wiederbeginn an Torwart Pielmeier. Trainer Pierre Beaulieu begnügte sich nur noch mit zehn Stürmern. Postel und Kruminsch blieben auf der Bank. Mit den gebündelten Kräften ergaben sich durch Schymaniski (52.) und Braun (54.) Torchancen zur Vorentscheidung. Die besorgte dann Costello mit zwei Treffern. Der erste prallte vom Innenpfosten aufs Eis zurück. Da das Spiel weiter lief, gab es keinen Videobeweis. Als dann Pielmeier 164 Sekunden vor dem Ende sein Tor verließ, traf Costello ins leer Tor. Leider wurde Torwart Rynnäs wenige Sekunden später um seinen verdienten Shut-Out gebracht. Dafür traf Saponari noch einmal ins leere Tor.

Rynnäs war hinterher natürlich mit 44 gehaltenen Schüssen der gefeierte Held. „Alles nur aus Mitleid“, skandierten die KEV-Fans, die während der 60 Minuten das Team großartig als siebter Mann unterstützten. Die ganze Mannschaft verdiente sich den Sieg mit Leidenschaft und einem enormen Kampfgeist. Mit dieser tollen Leistung im Rücken gelingt es den Pinguinen vielleicht, am Sonntag (16.30 Uhr) in Bremerhaven die schwarze Serie gegen die Fischtowns von 14 DEL-Niederlagen in Folge zu beenden. Unterstützt werden sie dabei von gut 400 Fans, die mit dem Sambazug und Bussen an die Nordsee reisen.