Krefeld Pinguine: Brandon Reid baut auf sein blaues Sakko

Trainer der Krefeld Pinguine ist abergläubig : Brandon Reid baut auf sein blaues Sakko

Die Krefeld Pinguine gehen nach dem Überraschungssieg gegen Meister München mit gewachsenem Selbstvertrauen in die beiden Wochenendspiele gegen Bremerhaven und Straubing. Der Einsatz von Verteidiger Torsten Ankert ist allerdings fraglich.

„Warum spielen die Pinguine gegen Top-Mannschaften oft so groß auf?“, fragte am Dienstag nach dem Sieg. gegen München ein Zuschauer, als er die Tribüne verließ. „Dann ist der Druck für die Spieler nicht so groß“ sagte Brandon Reid, als unsere Zeitung am Mittwoch diese Frage an ihn weiterleitete. In der Tat hatte sein Team gegen den Meister so gut wie nichts zu verlieren. Seine Schützlinge spielten befreit und weckten damit wieder ihre Leidenschaft, die sie in vielen Saison-Spielen auszeichnete. Weil die Konkurrenten Berlin und Nürnberg patzten, sind die Pre-Play-offs wieder in Sichtweite und könnten tatsächlich noch in greifbare Nähe kommen. Aber ausgerechnet jetzt geht die Reise bereits am Donnerstag um 13 Uhr nach Bremerhaven, wo die Schwarz-Gelben am Freitag (19.30 Uhr) zu Gast sind. 10 Mal in Folge mussten sich die Krefelder ihren Artgenossen geschlagen geben. Am Sonntag (14 Uhr) sind die Straubing Tigers zu Gast, die das erste Saisonduell in der Yayla-Arena mit 3:2 n.V. gewannen. „Wir wollen jetzt alle vier Spiele gewinnen. Da ist es mir egal, ob es gegen München, Bremerhaven, Straubing oder die Pittsburgh Penguins geht“, sagte Reid. Er baut neben den Leistungen gegen Berlin und München auch auf sein blaues Sakko, in dem er bei den sechs Siegen in Folge hinter der Bande stand: „Als wir danach zweimal nicht gewinnen konnten, habe ich es zu Hause gelassen und es erst am Dienstag wieder angezogen.“

Der Coach würdigte am Mittwoch noch einmal die Leistung gegen München: „Jeder Spieler hat bis zum Schluss alles gegeben und unseren Plan eingehalten. Sie haben dem Gegner gezeigt, dass es an diesem Abend schwer für ihn wird.“ Entscheidend sei für ihn auch die Phase nach dem Patzer von Ilya Proskuryakov gewesen, der zum Ausgleich der Gäste führte. Denn die Köpfe seiner Spieler senkten sich sofort. „Jacob Berglund hat die Jungs auf der Bank sofort aufgemuntert und gesagt, Kopf hoch und weiter, wir gewinnen das Spiel noch. Das sind Führungsqualitäten, die ich mir wünsche“, erklärte der Coach. Die Mannschaft habe danach sofort da weitergemacht, wo sie vor dem Ausgleich aufgehört hatte. Warum er nach dem Berlinspiel den Torwartwechsel vornahm, begründete er so: „Ilya hatte bei seinen Einsätzen gute Momente. Dimi hat zuletzt sehr viel gespielt. Ich wusste, dass wir gegen München defensiv gut spielen und damit Ilya unterstützen können. Sollten wir in die Pre-Play-offs kommen, brauchen wir zwei Torhüter, die ausreichend Selbstvertrauen haben. Für Ilya war es eine sehr gute Möglichkeit, gegen ein Topteam zu gewinnen und dadurch Selbstvertrauen zu bekommen Wir wissen, dass er unbedingt das Gefühl bekommen will, mit ihm Spiele gewinnen zu können. Wir sind froh, wie er sich entwickelt hat. Er wird auch am Freitag im Tor stehen.“

Für Spannung ist auf der Zielgeraden der Hauptrunde noch reichlich gesorgt. Die Mannschaften von Platz drei bis sechs kämpfen noch um die beste Ausgangsposition für das Play-off-Viertelfinale. Bremerhaven und Straubing dürften die Plätze sieben und acht unter sich ausmachen und vielleicht bei der Suche nach einem Wunschgegner in den Pre-Play-offs schon ein wenig taktieren. Berlin hat im Kampf um Platz zehn die besten Karten. Nürnberg muss nur zweimal gegen ein Topsechs-Team ran, muss aber nur noch einmal reisen. Die Pinguine benötigen auf jeden Fall weitere Schützenhilfe wie am Dienstag aus Straubing und Köln. Vielleicht sorgt ja am Freitag ausgerechnet der rheinische Erzrivale DEG in Nürnberg dafür, dass die Chancen der Krefelder weiter steigen.

Mehr von RP ONLINE