Krefeld Pinguine gegen den Meister ohne Druck

Die Chancen auf die Pre-Play-offs sind stark gesunken. : Pinguine gegen den Meister ohne Druck

Die Krefelder empfangen am Dienstag den EHC München. Trotz der Niederlage in Berlin gibt sich die Mannschaft im Kampf um die Pre-Play-offs noch nicht auf. Topscorer Daniel Pietta hofft auf die Unterstützung der KEV-Fans.

Die DEL-Eiszeit in Krefeld neigt sich mit Riesenschritten dem Ende entgegen. Die Pinguine können die Pre-Play-offs zwar theoretisch noch erreichen, doch durch die Niederlage in Berlin kann man davon ausgehen, dass am Rosenmontag die Kühlmaschinen in der Yayla-Arena abgeschaltet werden können. Bis dahin stehen noch fünf Spiele auf dem Programm. Am Dienstag (19.30 Uhr) ist der Deutsche Meister EHC München zu Gast.

Das Duell in Berlin sorgte nach Spielende noch für reichlich Gesprächsstoff. „Es lief unglücklich für uns. 50:50- Entscheidungen der Schiedsrichter sind gegen uns ausgefallen“, sagte Matthias Roos, der von der Spree direkt zum Manager-Treffen der DEL am Montag in Mannheim fuhr. Besonders die Strafen gegen Kirill Kabanov und Garrett Noonan im letzten Drittel waren höchst umstritten. Berlins Neuzugang Austin Ortega hatte sich so theatralisch fallen gelassen, dass die Schiedsrichter darauf reinfielen. Dabei hatte er zuvor versucht, Noonan zu blocken, der sich nach Piettas Bully-Gewinn den Puck angeln wollte. Dabei hatte ihn der Krefelder Verteidiger leicht mit dem Unterarm im Gesicht berührt. „Ich wundere mich, dass mein Gegner nur zwei Minuten bekommen hat. Ich stecke den Check aber für meine Mannschaft ein“, diktierte der Amerikaner den Journalisten hinterher in die Blöcke. Selbst Eisbären-Urgestein Sven Felski fand Ortegas Schauspielerei „unsportlich“. „Die beiden Strafzeiten am Ende haben das Spiel stark beeinflusst. Wir wussten, dass Berlin ein starkes Power-Play hat und es für uns dann gefährlich wird. Wir haben natürlich ein paar kleine Fehler gemacht, als wir nach dem Bully vor dem 3:3 den Schuss nicht richtig geblockt haben“, sagte der zweifache Torschütze Daniel Pietta. Vorbei ist für ihn die Saison aber noch lange nicht: „Manche meinen wir wären schon tot, das sind wir aber nicht, wir stehen noch mal auf. Es sind noch 15 Punkte zu vergeben, wir haben eine gute Mannschaft mit einem guten Charakter und werden bis zum Ende alles geben. Nürnberg hat noch ein schweres Restprogramm und Berlin ist auch noch nicht durch. Wir müssen jetzt unsere Spiele gewinnen.“ Jetzt geht es aber ausgerechnet gegen den Meister, der nach der überraschenden Niederlage der Mannheimer in Wolfsburg wieder Platz eins im Visier hat. „Gegen München brauchen wir ein perfektes Spiel. Wir brauchen da auch die Unterstützung unserer Fans, wir müssen jetzt alle zusammenhalten“, sagte Pietta. Das klingt nach den typischen Durchhalteparolen. Doch die Leistung gegen die Eisbären hat gezeigt, dass der Wille vorhanden ist, Platz zehn noch zu erreichen. Der große Druck ist vor dem Duell mit dem Meister erstmal weg. Zudem waren die bisherigen drei Duelle gegen München eng. Das erste Spiel an der Isar wurde ja sogar gewonnen.

Auch Sportdirektor Roos glaubt noch fest an die Pre-Play-off-Teilnahme: „Die Münchener sind ein sehr starker Gegner, das haben sie am Sonntag Köln gezeigt. Für uns ist es die nächste Chance, Punkte zu holen. Ich gehe davon aus, dass wir bei einem Sieg den Rückstand auf Nürnberg und Berlin verkürzen können. Ich glaube nicht, dass beide ihre Spiele am Dienstag gewinnen werden. Ich hoffe, dass die Zuschauer, die uns gegen Wolfsburg so toll unterstützt haben, auch wieder ins Stadion kommen und uns unterstützen.“

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