Krefeld Pinguine: Vertragsverlängerungen auf Eis

Entscheidungen nach der DEL-Hauptrunde: Pinguine legen Vertragsverlängerungen auf Eis

Die Krefeld Pinguine werden in naher Zukunft keine Verträge verlängern. Die Verantwortlichen wollen zunächst die letzten sieben Punktspiele abwarten. Zur Zukunft von Matthias Roos soll es am Freitag Neues geben.

Die Rückkehr des Krefelder EV in die Eishockey-Oberliga mit einem U23-Team zur Förderung von Talenten ist bundesweit positiv aufgenommen worden. „Das ist eine tolle Sache, die aber viel Geld kostet“, erklärte Reemt Pyka, Trainer des Oberligisten Füchse Duisburg. Teilweise sind Vereine aus dem Norden und Süden mit einem Etat von bis an die Millionengrenze in die Saison gegangen. An der Westparkstraße wird allerdings mit dem geringsten Etat aller Vereine gerechnet. „Unsere Finanzierung steht“, sagte Matthias Roos am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Der Sportdirektor der Pinguine weist darauf hin, dass die meisten Nachwuchsspieler maximal 450 Euro pro Monat verdienen werden.

Dazu sollen einige Spieler auf der Gehaltsliste der Pinguine stehen, die vom DEL-Klub auch die Ausrüstung erhalten. Ferner geht Roos davon aus, dass Klubs aus der DEL2 mit dem KEV kooperieren werden und Spieler mit einer Doppellizenz auch für die Oberliga ausstatten. Daher ist auch mit viel geringeren Beiträgen für die Verwaltungs-Betriebsgenossenschaft zu rechnen, die bei einigen Oberligisten um die 80.000 Euro betragen sollen. „Die nächsten vier bis acht Wochen werden sehr spannend. Wir sind momentan dabei, für die Vermarktung neue und unsere Partner anzusprechen“, sagte Roos. Da der KEV ein eingetragener Verein ist, kann er auch auf Spenden für den Nachwuchs bauen.

Am Mittwoch sei fälschlicherweise der Eindruck entstanden, dass die Firma Yayla bereits das Oberligateam unterstützt. Der KEV-Vorsitzende Achim Staudt habe lediglich darauf hingewiesen, dass er sich Nachahmer wünsche, die wie Yayla bei den Pinguinen das Krefelder Eishockey unterstützen. In der Saison 2012/13 hatte der KEV für sein Oberliga-Team mit einem Etat in Höhe von 80.000 Euro geplant. 60.000 Euro kamen damals von der KEV Pinguine GmbH. Am Ende der Saison reichte das Geld nicht aus. Das Loch in der Kasse musste teilweise mit Privatgeldern gestopft werden.

Zur Zukunft von Matthias Roos wollen sich die Pinguine am Freitag äußern. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz geht davon aus, dass der 37-jährige zunächst in seiner Doppelfunktion als Sportdirektor und Geschäftsführer im Amt bleibt. Aktuell ist mit weiteren Vertragsverlängerungen nicht zu rechnen. „Wir warten jetzt erstmal die letzten sieben Punktspiele ab. Natürlich wollen wir Spieler des aktuellen Kaders behalten“, erklärte Schulz. Sobald die Eiszeit zu Ende ist, soll am neuen Team gebastelt werden: „Wir müssen uns auf einigen Positionen verbessern. Natürlich liegt dabei das Hauptaugenmerk auf einen Torwart. Wir brauchen auch wieder eine zweite oder vielleicht sogar eine dritte torgefährliche Sturmreihe. Der Abschied von Jordan Caron hat sehr weh getan. Leider konnte Samson Mahbod die Erwartungen nicht erfüllen.“ Mit der Arbeit des Trainers ist der Aufsichtsratschef „sehr zufrieden“: „Die Mannschaft spielt ein strukturiertes Eishockey. Brandon Reid hat ein sehr gutes Konzept, das wir auch in Verbindung mit dem U23-Team nutzen werden. Beide Mannschaften müssen vom System und der Taktik gleich ausgerichtet sein. Wir müssen es schaffen, junge deutsche Spieler für die DEL auszubilden. Gestandene deutsche Spieler können wir uns einfach nicht leisten, die sind unter 100.000 Euro pro Saison nicht mehr zu haben.“

Bis auf den angeschlagenen Verteidiger Torsten Ankert und die drei Nationalspieler waren am Donnerstag alle Torhüter und Spieler beim letzten Training vor der dreitägigen Verschnaufpause auf dem Eis. Am Mittwoch hatte Brandon Reid seine Schützlinge bei einigen Geschicklichkeits-Übungen auf die Probe gestellt. Ab Montag gilt dann die volle Konzentration auf die beiden vielleicht schon vorentscheidenden Spiele gegen die Grizzly Wolfsburg und Eisbären Berlin.

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