1. Sport
  2. Eishockey
  3. DEG

Düsseldorfer EG: Niclas Lucenius ist der Glücksgriff aus dem hohen Norden

DEG-Stürmer Lucenius hat sich eingelebt : Glücksgriff aus dem hohen Norden

Niclas Lucenius gefällt es bei der DEG. Binnen kürzester Zeit hat sich der Finne als Verstärkung erwiesen.

Manchmal braucht man im Sport einfach ein bisschen Glück. Zum Beispiel, wenn im fernen Hämeenlinna, einer 68.000-Einwohner-Stadt im Süden Finnlands, der örtliche Eishockeyklub einen Sparkurs einläutet. So kam jener HPK, immerhin amtierender Meister des eishockeyverrückten Landes, auf seinen Stürmer Niclas Lucenius zu und fragte, ob er sich nicht vielleicht sportlich verändern möchte – dies würde die Payroll des klammen Klubs entlasten. Der 30-Jährige wollte, und sein Berater fand in Deutschland einen Sportlichen Leiter, der stets die Augen offen hält nach guten und günstigen Verstärkungen. Niki Mondt heißt der, arbeitet für die DEG – und suchte gerade nach einem Mittelstürmer, da die verletzungsgeplagten Düsseldorfer schon seit Wochen keine kompletten vier Angriffsreihen mehr stellen konnten.

Eine Win-Win-Situation nennt man das. Erst recht, wenn ein Zugang dann so einschlägt wie Niclas Lucenius bei der DEG. Gleich nach 80 Sekunden seines ersten Spiels stand die erste Torvorlage für ihn zu Buche, beim 6:2 in Mannheim vorige Woche folgte sein erster Treffer. „Dazu hat er in Mannheim noch einen Assist gegeben und stand bei Luke Adams Powerplaytor mit auf dem Eis“, ergänzt Trainer Harold Kreis. Der finnische Center erweist sich für ihn als absoluter Glücksgriff, und das genau im richtigen Moment: Am Freitag (19.30 Uhr) bei den Eisbären Berlin und am Sonntag (14 Uhr) bei den Fischtown Pinguins werden wichtige Weichen für die Play-offs gestellt.

„In Bremerhaven wird es ein Sechs-Punkte-Spiel“, erklärt Kreis. „Die Pinguins stehen in der Tabelle knapp unter uns, und sie sollen in unserem Rückspiegel bleiben.“ Lucenius soll dabei wieder ein wichtiger Faktor werden. „Nick ist ein schlauer Spieler, der auch noch torgefährlich ist“, lobt der 61-Jährige. „Die Mannschaft hat sofort erkannt, dass wir da einen sehr guten Mann verpflichtet haben, der die DEG weiterbringt. Das meine ich nicht nur statistisch, sondern das sieht man auch an der Steigerung der Reihe mit Rihards Bukarts und Charlie Jahnke. Beim 3:2 in München waren die drei vielleicht sogar unsere stärkste Reihe.“

Neid bei den ersten beiden Linien weckt das nicht, im Gegenteil. „Alle spüren die größere Ausgeglichenheit bei uns“, meint Kreis. „Sie bedeutet weniger Belastung für die anderen. Und Nick gefällt es hier bei uns prima; er hat mir gesagt, dass er die größeren taktischen Freiheiten gegenüber dem finnischen System genieße.“ Win-Win eben. Mit Ausnahme des schwedischen Centers Victor Svensson vielleicht, der sich nach seiner Verletzung erst einmal hinten anstellen muss. „Victor kann zwar auch außen spielen, aber dann hätten wir im Moment einen Ausländer zu viel“, berichtet der Trainer. Doch wer bereits so viel Verletzungspech in nur einer Saison kompensieren musste, der macht sich nicht zu früh Gedanken über solche Personalfragen. „Diese Brücke“, so Kreis, „überqueren wir dann, wenn wir dort angekommen sind.“ Das ist fast schon Philosophie.