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Düsseldorfer EG: Mathias Niederberger wechselt zu den Eisbären Berlin

Mathias Niederberger nach Berlin : DEG verliert den besten Torhüter der Liga

Nationaltorhüter Mathias Niederberger verlässt die DEG in Richtung Bundeshauptstadt. Der Transfer kommt nicht überraschend, aber der Zeitpunkt in der entscheidenden Phase des Kampfs um die Play-off-Plätze ist denkbar schlecht.

Am Freitagabend um 19.30 Uhr gastiert die Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey Liga in Berlin. Es ist ohnehin ein hochinteressantes Duell, denn beide Teams sind Tabellennachbarn, und mit einem Sieg bei den Eisbären hätten die Rheinländer die Chance, in den verbleibenden Partien der Hauptrunde noch an ihrem Kontrahenten vorbeizuziehen. Mehr noch: Als Vierter und Fünfter der DEL würden Eisbären und DEG im Play-off-Viertelfinale gegeneinander spielen. Jetzt ist die Begegnung allerdings noch viel brisanter geworden: Mathias Niederberger, Nationaltorhüter der DEG, wechselt zur neuen Saison zu den Eisbären Berlin.

Dass der Klub aus der Bundeshauptstadt seit Monaten um Niederberger wirbt, ist alles andere als ein Geheimnis. Die Eisbären hatten schon im alten Jahr ein konkretes Angebot eingereicht, zu dem sich der Torhüter allerdings nie öffentlich äußern wollte. Ausgerechnet am Morgen des direkten Duells beider Klubs veröffentlichte die Berliner Redaktion der „Bild“ nun den Wechsel, den Eisbären-Manager Peter-John Lee, früherer Klassestürmer der DEG, allerdings noch nicht bestätigen wollte.

Unsere Redaktion erfuhr jedoch: Der Wechsel ist in der Tat perfekt. Niederberger unterschrieb bereits vor Wochen einen Vertrag bei den Berlinern, doch hatten alle Seiten so kurz vor dem Beginn der Play-offs (nur noch vier Partien sind in der Hauptrunde zu absolvieren) naturgemäß kein Interesse daran, Unruhe in die jeweiligen Mannschaften zu bringen.

Nach Informationen unserer Redaktion spielte der Wunsch, deutlich mehr Geld zu verdienen, für den 27-Jährigen angeblich keine entscheidende Rolle. Demnach wäre er gern zu vergleichbaren Konditionen bei der DEG geblieben, es sei aber keine Einigung zustande gekommen. Und da er die Berliner nicht mehr länger auf eine Entscheidung habe warten lassen können, unterschrieb er dort für zwei Jahre. Niki Mondt, Sportlicher Leiter der Düsseldorfer, wollte auf Anfrage weder den Transfer noch die Details zu den Verhandungen bestätigen. „Die Situation ist unverändert so, dass wir uns zu der Vertragsfrage nicht äußern“, erklärte der frühere Profi.

Für die DEG ist der Weggang des derzeit besten deutschen Torhüters sportlich ein Riesenverlust. Niederbergers Vertreter Hendrik Hane ist ein Riesentalent, mit 19 Jahren aber wohl noch viel zu unerfahren, um schon jetzt die vor allem mentale Last eines Stammtorhüters zu tragen. Mondt steht also vor der schweren Aufgabe, unter schwierigen finanziellen Bedingungen einen starken Nachfolger für Niederberger zu finden, der als gebürtiger Düsseldorfer obendrein stets eine Identifikationsfigur des achtmaligen Deutschen Meisters war.