US-Studie: Dicke und Dünne halten sich die Waage

US-Studie : Dicke und Dünne halten sich die Waage

Washington (dpa). Es gibt genau so viele übergewichtige wie hungernde Menschen auf der Welt. Das geht aus einer am Wochenende vom Worldwatch Institut in Washington veröffentlichten Untersuchung hervor. Danach hat die Zahl der zu dicken Menschen weltweit auf 1,2 Milliarden zugenommen, während die der unterernährten auf den gleichen Stand zurück gegangen ist.

Sowohl Über- als auch Untergewicht sei ein Ergebnis von Fehlernährung, stellten die Autoren der Studie fest. "Beide Gruppen sind häufiger krank, haben eine kürzere Lebenserwartung und sind weniger leistungsfähig", sagte Gary Gardner. Dies habe enorme Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Mehr als die Hälfte aller Krankheiten sei auf Überernährung oder Hunger, Vitamin- und Mineralienmangel zurückzuführen.

Übergewicht ist vor allem eine Erscheinung in westlichen Überflussgesellschaften. In den USA wiegen 55 Prozent aller Erwachsenen zu viel, 23 Prozent gelten als fett, eines von fünf Schulkindern ist übergewichtig. Fettabsaugung ist dort die häufigste Form kosmetischer Operationen mit 400 000 Eingriffen pro Jahr.

Aber auch in boomenden Entwicklungsländern wird Überernährung zum Problem, haben die Experten festgestellt. "Manche Länder haben Hunger gegen Fettleibigkeit eingetauscht und Mangelkrankheiten gegen Überflussleiden", sagte Co-Autor Brian Halweil. Die Folgen für die Gesundheitssysteme dieser Länder könnten katastrophal sein. Während sie eigentlich darauf zielen müssten, Infektionskrankheiten auszumerzen, würden sie von Zivilisationsleiden wie Herzerkrankungen und Krebs überrollt.

(RPO Archiv)
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