Hochwasser: Treibhauseffekt nicht verantwortlich: Meteorologen: Zyklon ist Hauptursache

Hochwasser: Treibhauseffekt nicht verantwortlich : Meteorologen: Zyklon ist Hauptursache

Hamburg (dpa). Als Ursachen für die schweren Überschwemmungen in Mosambik kommen ein starker Zyklon Ende Februar und vielleicht auch das Klimaphänomen La Nina in Frage. Mit dem Treibhauseffekt habe das Unwetter höchstwahrscheinlich nichts zu tun, erläuterten Meteorologen im Gespräch mit der dpa. Im Februar war in Teilen des südostafrikanischen Landes den Angaben zufolge die zehnfache Regenmenge wie üblich gefallen.

Beim Klimaphänomen La Nina tritt das Wetter mit genau umgekehrten Vorzeichen auf wie bei El Nino: Die Meeresoberfläche im tropischen Ostpazifik wird relativ kühl, was sich auf weltweite Luftströme auswirkt. "Dann gibt es eine Kopplung um den Globus herum, die sich je nach Region in besonders starken oder schwachen Niederschlägen äußert", sagte der Klimaforscher Christian Schönwiese von der Universität Frankfurt/Main.

"Wenn La Nina auftritt, ist Mosambik besonders niederschlagsreich." Wie heftig der Regen ausfalle, sei jedoch eine Laune der Natur. "Das kann sich stärker oder weniger stark aufschaukeln und ist wissenschaftlich nicht exakt vorhersagbar", sagte Schönwiese. Das Klimaphänomen La Nina sei in den vergangenen Jahren nicht häufiger aufgetreten als zuvor. "Mit dem Treibhauseffekt haben die Überschwemmungen höchstwahrscheinlich nichts zu tun."

Das Ausmaß der Regenfälle ist nach Ansicht mehrerer Klimaforscher durch La Nina jedoch nicht zu erklären. In den vergangenen Jahren gab es auch keinen Anstieg der Zahl besonders heftiger Regenfälle in Ostafrika. "Gerade weil es in den letzten Jahren in Mosambik nicht so viel geregnet hat, sind die Leute näher an den Fluss gezogen", sagte der Meteorologe Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst.

Heftige Regenfälle im dortigen Spätsommer seien in Kenia, Tansania und Mosambik normal. Im Februar sei mit 1 000 Litern pro Quadratmeter jedoch die zehnfache Menge wie üblich gefallen, sagte Nottrodt. Ende Februar habe der tropische Wirbelsturm (Zyklon), der vom Indischen Ozean nach Afrika gezogen war, allein innerhalb von 24 Stunden zu einem Niederschlag von 200 bis 300 Litern pro Quadratmetern geführt. "Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht."

Zyklone entstehen laut Nottrodt immer wieder in dieser Jahreszeit vor Afrika als kleinräumige Wirbel. Etwa 27 Grad warmes Wasser im Indischen Ozean führt zum Aufstieg von warmfeuchter Luft, Wolkenbildung und starkem Regen. "Warum aber jetzt so viel Wasser herunterkommt, dafür habe ich keine Erklärung."

(RPO Archiv)
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