Anwalt schlief während des Prozesses: Texas: Todeskandidat weiter hinter Gittern

Anwalt schlief während des Prozesses : Texas: Todeskandidat weiter hinter Gittern

Houston (dpa). Der in Texas zum Tode verurteilte Mörder Calvin Burdine soll doch nicht am Montag nach 16 Jahren in der Todeszelle freigelassen werden. Das zuständige Berufungsgericht in New Orleans gab einem Einspruch des Bundesstaates Texas statt und entschied, dass Burdine vorerst hinter Gittern bleibt.

Bezirksrichter David Hittner in Houston hatte in der vergangenen Woche angeordnet, dass der 46- Jährige wegen eines Verfahrensfehlers innerhalb von fünf Tagen auf freien Fuß gesetzt werden muss.

Das Todesurteil gegen den Texaner war im vergangenen Jahr aufgehoben worden, weil sein Verteidiger während des Mordprozesses im Jahr 1984 streckenweise geschlafen hatte. Burdine war damals für den Mord an einem 50-Jährigen in Houston zum Tode verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dann den Termin für eine neue Anklage verpasst.

Eine Sprecherin des texanischen Justizministeriums begrüßte die Entscheidung des Berufungsgerichts am Samstag. Ein Mörder, der seine Tat gestanden habe, müsse hinter Gittern bleiben, sagte sie. Die Anwälte von Calvin Burdine äußerten sich enttäuscht. Sie werden jetzt voraussichtlich den Obersten Gerichtshof in Washington anrufen. Burdine muss mit einem zweiten Mordprozesses rechnen, auch wenn er vorerst auf freien Fuß kommen sollte.

(RPO Archiv)
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