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Nach Explosion in Beirut: Hilfszusagen aus aller Welt in den Libanon

Merkel, Macron und Co. : Nach Explosion in Beirut - Hilfszusagen aus aller Welt in den Libanon

Nach der Explosion in Beirut kamen mehrere Hilfszusagen aus aller Welt in den Libanon - darunter auch von Israel und dem Iran. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich erschüttert und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte die Lieferung von „mehreren Tonnen“ medizinischen Hilfsmaterials an.

Dutzende Tote und tausende Verletzte, brennende Schiffe und Lagerhallen, verwüstete Gebäude und Straßen: Zwei gewaltige Explosionen im Hafen von Beirut haben immense Zerstörungen angerichtet. Mindestens 100 Menschen sind in der libanesischen Hauptstadt getötet und Tausende verletzt. Staatschef Michel Aoun rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Regierungschef Diab bat in einer Fernsehansprache alle befreundeten Staaten um Hilfe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich über die Explosion in Beirut erschüttert gezeigt. „Unsere Gedanken sind bei denen, die Angehörige verloren haben. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung“, zitierte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer die Kanzlerin bei Twitter. Den Opfern sprach die Kanzlerin ihr Mitgefühl aus. „In dieser schweren Zeit können Sie auf die Hilfe und Unterstützung der Bundesregierung zählen“, betonte Merkel. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb bei Twitter: „Meine Gedanken sind bei Angehörigen der Opfer.“ Deutschland stehe dem Libanon in dieser schweren Stunde zur Seite.

Die Bundeswehr prüft noch, welche Hilfe möglich ist, wenn die Regierung in Beirut und der Krisenstab im Auswärtige Amt dies für nötig und machbar halten. Zunächst habe eine Korvette der Deutschen Marine, die als Teil der UN-Mission Unifil von Zypern aus eingesetzt werde, eine brasilianische Unifil-Fregatte in einem Seegebiet vor der libanesischen Küste abgelöst, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die größere Fregatte sei damit für Hilfeleistungen frei geworden. Grundsätzlich einsatzbereit seien auch Maschinen der Luftwaffe für den Transport Schwerverletzter („MedEvac“).

Auch Frankreich hat nach einer Explosion mit zahlreichen Todesopfern in der libanesischen Hauptstadt Beirut Unterstützung zugesagt. Frankreich schicke Hilfe in den Libanon, schrieb der französische Staatschef Emmanuel Macron am Dienstagabend auf Twitter. Frankreich stehe immer Seite an Seite mit dem Libanon, so Macron auf Arabisch.

Macron habe mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Aoun telefoniert, teilte der Élyséepalast mit. In dem Gespräch drückte Macron demnach seine Unterstützung und die der Franzosen für das libanesische Volk aus. Der heutige Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder haben immer noch eine enge Beziehung.

Sie werden unter anderem 55 Angehörige des französischen Zivilschutzes und „tonnenweise Material“ zur Behandlung von Verletzten befördern, wie der Élyséepalast mitteilte. Etwa ein Dutzend französische Notärzte soll zudem so rasch wie möglich nach Beirut entsandt werden, um Krankenhäuser vor Ort zu unterstützen.

Isreals Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies den Leiter des Nationalen Sicherheitsrats, Meir Ben-Shabbat, an, mit dem UN-Sonderkoordinator für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov, eine israelische Hilfe für den Libanon zu beraten. Präsident Reuven Rivlin sprach dem libanesischen Volk auf Twitter sein Mitgefühl aus und bot ebenfalls israelische Hilfe „in dieser schwierigen Zeit“ an.

US-Präsident Donald Trump sprach von einem „furchtbaren Angriff“ mit einer „Art von Bombe“. Er berief sich dabei auf Angaben von US-Generälen. Weder vom Pentagon noch den libanesischen Behörden kamen jedoch irgendwelche öffentlichen Hinweise darauf, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben könnte.

Die britische Königin Elizabeth II. (94) hat den Menschen im Libanon ihr Mitgefühl ausgesprochen. Die Nachricht von dem Vorfall habe sie und ihren Mann Prinz Philip (99) zutiefst betrübt, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung auf dem Twitter-Account des britischen Königshauses. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden derer, die verletzt wurden oder ihr Leben verloren haben (...)“, so die Mitteilung weiter. Auch der britische Premierminister Boris Johnson hatte sich per Twitter über den Vorfall entsetzt gezeigt und Unterstützung versprochen. Für die britische Regierung ist die Ursache der schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut noch unklar, bei der mindestens 100 Menschen getötet wurden. Bevor Ergebnisse der Untersuchung dieser Tragödie vorlägen, sei es zu früh für Spekulationen, sagte Bildungsstaatssekretär Nick Gibb am Mittwoch dem TV-Sender Sky.

Die Explosion in der libanesischen Hauptstadt könnte von einer großen Menge Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein. Die Katastrophe forderte nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 100 Todesopfer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Starke Explosionen erschüttern libanesische Hauptstadt Beirut

(özi/juw/dpa/KNA/AFP/epd)