Kanzlerin im Untersuchungsausschuss Wirecard beschädigt Merkels Bilanz

Meinung | Düsseldorf · Mit ihren Aussagen im Untresuchungsausschuss macht es sich auch die Kanzlerin zu leicht.Eine politische Mitverantwortung für das Kontrollversagen beim einstigen Dax-Konzern hat auch sie.

                 

                

Foto: dpa/John Macdougall

Angela Merkel hat die Manager des Skandal-Unternehmens Wirecard nie getroffen, sie war auch nicht verantwortlich für die deutsche Finanzaufsicht, deren Kontrolleure im Fall Wirecard so jämmerlich versagt haben. Aber die Kanzlerin macht es sich wie andere Vertreter des politischen Führungszirkels zu einfach, wenn sie sagt, es habe 2019 vor ihrer China-Reise keinen Anlass gegeben, von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten bei Wirecard auszugehen. So eine Haltung ist grob fahrlässig, weil die Verantwortlichen damals deutlich sichtbare Hinweise auf zumindest zweifelhafte Machenschaften im Fall Wirecard nicht zur Kenntnis nahmen. Ohne diese Ignoranz wäre Merkels Werben für den damaligen Shootingstar Wirecard bei Chinas politischer Führung kaum denkbar gewesen.