70 Jahre D-Day: Queen Elizabeth II. gedenkt der gefallenen Soldaten

Zweiter Weltkrieg : 70 Jahre D-Day: Alliierte gedenken gemeinsam in Paris

Zum Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg haben in mehreren Orten der Normandie die Feierlichkeiten begonnen. Und Elizabeth II. von England sowie weitere britische Royals sind zu einem Staatsbesuch in Paris eingetroffen.

70 Jahre nach dem D-Day werden außerdem am Freitag Staats- und Regierungschefs aus rund 20 Ländern zu den Zeremonien erwartet. Daneben sind etwa 1000 Veteranen in die Normandie zurückgekehrt. Die größte Landungsoperation der Geschichte markierte am 6. Juni 1944 den Anfang der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus.

Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla besuchten am Donnerstag unter anderem die Pegasus-Brücke bei Bénouville, die zu Beginn des D-Day 1944 von britischen Fallschirmspringern eingenommen worden war. In Paris traf die britische Queen Elizabeth II. (88) zu einem dreitägigen Frankreich-Besuch aus Anlass der Zeremonien ein.

Zur zentralen Feier am Freitag erwartet Frankreichs Präsident François Hollande als Gastgeber unter anderem US-Präsident Barack Obama, den russischen Staatschef Wladimir Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel und den britischen Premier David Cameron. Erstmals seit dem umstrittenen Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland im März trifft Putin mit führenden westlichen Politikern zusammen. Damit stehen auch die historischen Feiern in der Normandie unter dem Eindruck der Ukraine-Krise.

Am Strand von Ouistreham, dem Ort der zentralen Feier, war am D-Day auch ein kleines Kontingent französischer Soldaten mit den Alliierten angelandet. Nationale oder binationale Feierlichkeiten sind vorgesehen in Colleville-sur-Mer mit Obama und Hollande, in Bayeux mit Elizabeth II., in Sainte-Marie-du-Mont (dänisch), Arromanches (niederländisch) oder Urville-Langannerie (polnisch).

Merkel nimmt teil

Die Anwesenheit eines hochrangigen deutschen Vertreters war bei den Feierlichkeiten lange Zeit tabu, zweimal lehnte der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) eine Einladung ab. Sein Nachfolger Gerhard Schröder (SPD) war 2004 beim 60. Jahrestag der Landung der erste Regierungschef, der Nachkriegsdeutschland in der Normandie vertrat.
Zehn Jahre später nimmt nun Merkel teil.

Neben unzähligen Gedenken und Feiern mit Veteranen aller beteiligten Nationen sind auch viele publikumswirksame Veranstaltungen geplant. Fallschirmspringer landen in Teilen der Normandie, Amphibienfahrzeuge und historische Panzer rollen über Strände, auf dem Wasser werden Bootsparaden organisiert.

Die Bewohner der Normandie waren nicht nur Opfer der deutschen Besatzer, sondern auch direkt betroffen von der "Operation Overlord", die mit der Landung am 6. Juni 1944 begann. Allein in der von den Kämpfen verwüsteten Region starben bis zu 20.000 Zivilisten. Nur an sie soll nun ein Denkmal erinnern, das Frankreichs Präsident François Hollande am Freitag in Caen einweiht.

Für die Nacht zum D-Day haben die Organisatoren ein besonderes Spektakel geplant: Dann sollten synchronisierte Feuerwerke am gesamten Küstenabschnitt auf 80 Kilometern Länge die 24 wichtigsten Punkte der Landung illuminieren.

Papst würdigt Kampf gegen die Nazis

Papst Franziskus hat die Landung der Alliierten in der Normandie vor 70 Jahren gewürdigt. Die Soldaten hätten damals ihre Heimat verlassen, um gegen die Barbarei der Nationalsozialisten zu kämpfen, heißt es laut der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" in einer Botschaft für die Gedenkfeiern am Freitag in Frankreich. Sie hätten damals Frankreich sowie alle Opfer des Krieges befreit, aber auch die deutschen Soldaten, die in dieses Drama gerissen worden seien. All jenen Soldaten, die dieses große Opfer gebracht hätten, gebühre auch heute volle Anerkennung.

Gedenkfeiern wie diese erinnern laut Franziskus daran, dass der Ausschluss von Gott aus der Gesellschaft stets zu Tod und Leid führe und dass sich Europa auf seine christlichen Wurzeln besinnen müsse. Unterzeichnet ist die Botschaft im Namen des Papstes von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

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(dpa)