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Xanten: Xantener Wasser für Kalkarer Kläranlage

Xanten : Xantener Wasser für Kalkarer Kläranlage

Um die Abwasserwerke in Hönnepel besser auszunutzen, ist gestern ein Vertrag mit Xanten unterzeichnet worden. Ab Herbst 2015 soll auch Abwasser aus Vynen und Marienbaum in der Anlage geklärt werden. Das Werk in Vynen wird geschlossen.

/ KALKAR Dass die Molkerei Friesland geschlossen wurde, kann Bürgermeister Gerhard Fonck bis heute nicht nachvollziehen. "Aber das sind unternehmerische Entscheidungen, auf die eine Kommune keinen Einfluss hat", sagt der Verwaltungs-Chef der Stadt Kalkar. Eine Folge des Weggangs war auch, dass ein großer "Kunde" des Klärwerks in Hönnepel verloren ging. Seitdem hat die Anlage größere Kapazitäten frei.

Um diese besser zu nutzen, ist bereits Rees-Haffen an Hönnepel angeschlossen worden, und bald wird sogar Abwasser aus dem benachbarten Kreis Wesel in Kalkar geklärt. Gestern unterzeichneten Vertreter des Abwasserbehandlungsverbands Kalkar-Rees mit dem Dienstleistungsbetrieb Xanten (dbx) und der Entwässerungsgesellschaft Lineg eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung. Ab dem kommenden Jahr soll Abwasser aus den Xantener Stadtteilen Vynen und Marienbaum in Hönnepel aufbereitet werden. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz sprach von einem "historischen Tag", der Vertrag sei ein Musterbeispiel für gelungene Kooperation zwischen verschiedenen Kommunen auch über Kreisgrenzen hinweg. Unterm Strich sollen alle davon profitieren: Durch Xanten als neuen Kunden steigt die Auslastung der Anlage, gleichzeitig kann Xanten im Gegenzug die Kläranlage in Vynen stilllegen. Dort bleibt nur noch die Mischwasserbehandlungsanlage stehen. Allein die Sanierung der Kläranlage aus den 70er Jahren hätte 400 000 Euro gekostet. Hinzu kommen Betriebs- und Folgekosten. Da ist die auf mindestens 30 Jahre angelegte Kooperation mit Kalkar finanziell günstiger, zumal, so Görtz, die Anlage in Hönnepel mit regenerativen Energien arbeitet und die Stadt damit Chancen sieht, über entsprechende Förderprogramme an zinsgünstige Darlehen für den Bau der Druckrohrleitung zu kommen. Vor allem das aber war den Beteiligten aus den Kommunen auch wichtig: Durch die Zusammenarbeit könnten die Abwassergebühren langfristig stabil bleiben.

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Vynen und Marienbaum sollen über eine 1,2 Millionen Euro teure, 7,5 Kilometer lange Druckrohrleitung mit der Kläranlage in Hönnepel verbunden werden. Geplant ist, diese Leitung möglichst ohne viele Baugruben unterirdisch zu verlegen. Zudem sind noch Umbauarbeiten an der Anlage in Vynen nötig. Dort muss eine Pumpstation eingerichtet werden. Die Inbetriebnahme der neuen Leitung ist für Herbst 2015 geplant.

Ursprünglich war auch eine besonder Alternative geprüft worden: Das Abwasser sollte unter dem Rhein hindurch von Vynen nach Haffen gepumpt werden. Von dort wäre es nach Rees und wieder auf die linke Seite transportiert worden. Weil diese Lösung aber doch nicht so wirtschaftlich war, wurde sie verworfen.

(RP)