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Xanten: Neuer Schießstand für Vynener Schützen

Xanten : Neuer Schießstand für Vynener Schützen

Schützen wollen auch schießen. Bei der St.-Martin-Bruderschaft war das seit Jahren so eine Sache. Sie waren in mehreren Gaststätten zu Hause, in denen der Schießstand immer wieder auf- und abgebaut werden musste, dann in einem früheren Taubenhaus, zum Schluss in einem alten, zugigen Schweinestall zwei Kilometer vor den Toren des Ortes.

Das Vagabundieren hat nun ein Ende. Die Schützen haben sich dank großzügiger Spenden und mit viel, viel Eigenleistung ein eigenes Heim gebaut - 14 Meter lang und 6,50 Meter breit.

In dem Schießstand für Druckluftwaffen wird es fünf Bahnen geben. Diese sind noch nicht eingerichtet. Gestern aber eröffnete Brudermeister Heinz Stiers das sonst fertige Gebäude samt Gruppenraum, das ans Karl-Leisner-Pfarrheim angebaut worden ist.

Vertreter der St.-Viktor-Gemeinde - sie gewährt den Schützen ein 20-jähriges, ausgenommen der Nebenkosten kostenfreies Nutzungsrecht -, der Stadt und der Sparkasse am Niederrhein waren zum kleinen Umtrunk gekommen ins neue Haus Am Alt-Vynscher Weg gekommen, für das Architekt Edmund Böhmer die Gesamtkosten auf annähernd 100 000 Euro beziffert hatte. Viel Holz, das die Stadt mit 25 000 Euro aus der Sportpauschale sowie die Sparkasse mit 2000 Euro unterstützten. Den Rest brachten die Martin-Schützen auf - 50 000 Euro fürs Material und geschätzte 20 000 Euro durch 3700 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von rund 40 Schützen, die sich jeden Samstag, fast jeden Freitagnachmittag und oft auch in der Woche trafen, sagte Stiers gestern lobend. Auch Firmen halfen.

Letztlich hat es hingehauen, stehen die - wegen des Wärme- und Lärmschutzes - 50 Zentimeter dicken Außenmauern auf einer 31 Zentimeter dicken Bodenplatte aus fast 20 Kubikmetern Beton und über eine Tonne Baustahl; eine Auflage der Genehmigungsbehörden. Den Dachstuhl bekamen die Schützen sogar (fast) geschenkt - von einem Abriss in der Umgebung.

Bürgermeister Thomas Görtz und Propst Klaus Wittke lobten gestern die Gemeinschaft, die es geschafft habe, einen solchen Bau zu erstellen, der nicht nur wichtig sei für die Schießgruppen. Auch Senioren und Jungschützen würden die Anlage regelmäßig nutzen. "Wer heutzutage mithalten will, der muss mit der Zeit gehen", sagt Stiers. Und mit dem Haus haben die gut 240 Mitglieder, davon 20 Jungschützen, endlich auch eine Bleibe gefunden, die im Mai offiziell eingeweiht wird.

(RP)