1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Umfrage: Hohe Akzeptanz für Kiesgruben

Xanten : Umfrage: Hohe Akzeptanz für Kiesgruben

Das Bündnis "Zukunft Niederrhein" der Kiesindustrie sieht seine Akzeptanz in der Region durch eine Forsa-Umfrage belegt.

Die Niederrheiner sind aus Sicht der Kiesindustrie mit ihren Baggerseen weit zufriedener als gemeinhin angenommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die die Kiesindustrie in Xanten vorgestellt hatte. Während die Kritiker wie die Grünen im Kreis Wesel der Kiesindustrie zuletzt vorwarfen, Raubbau an der Natur zu begehen, sehen sich die Auftraggeber der Studie unter 1001 Befragten in den Kreisen Kleve und Wesel durch die Ergebnisse bestätigt. Immerhin 74 Prozent der 1001 Befragten gaben an, dass die Seen einen Mehrwert für Bewohner und Besucher der Region darstellen.

In Xanten wird die Studie mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen. Die Studie hatte nach den beliebtesten Baggerseen gefragt: Die Nord- und Südsee stehen demnach mit ihren Angeboten des Freizeitzentrums Xanten ganz oben im Ranking. Zu den schönsten Seen im Kreis Wesel zählen zudem der Auesee in Wesel und der Tenderingssee in Voerde; im Kreis Kleve sind es dem Meinungsforschungsinstitut Forsa zufolge der Wisseler See in Kalkar und die Blaue Lagune in Wachtendonk, die ganz oben in der Beliebtheitsskala stehen.

Es handele sich durchweg um ehemalige Baggerseen, so der Zusammenschluss von 13 Sand- und Kiesunternehmen der Region mit Blick auf die Folgenutzung. Der Initiativkreis "Zukunft Niederrhein" hatte die Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben, um vor den anstehenden Beratungen über den Regionalplan das Verhältnis der Niederrheiner zur Kiesindustrie zu erforschen.

Laut Forsa-Umfrage identifizieren sich die Niederrheiner - im Vergleich - überdurchschnittlich mit ihrer Region: 86 Prozent der Befragten leben gern an ihrem Wohnort, zitierte bei einem Gespräch im "Pier 5" im Hafen Vynen an der Xantener Nordsee Armin Voigtland, Pressesprecher des Initiativkreises "Zukunft Niederrhein", ein Ergebnis der Umfrage.

Vor allem Landschaft und Natur punkteten dabei. Sie, so Voigtland, seien die größten Vorzüge der Region Niederrhein, sagen 86 Prozent der Befragten. Auf den weiteren Plätzen landen "die ländliche Region" (24 Prozent), die Art der Menschen (18), Sportangebote (18) und die Nähe zum Ruhrgebiet (15) - dabei waren Mehrfach-Nennungen möglich.

Das galt auch für Probleme der Region, die bei der Umfrage nicht ausgespart wurden. Der Öffentliche Personennahverkehr (22 Prozent), die Infrastruktur (14), Verkehrsprobleme (12), die Arbeitslosigkeit (11) und die Flüchtlinge (9 Prozent) wurden in dieser Reihenfolge benannt. Wobei die Arbeitslosenzahlen bei der ersten derartigen Umfrage vor fünf Jahren noch von 24 Prozent der Befragten an erster Stelle der Probleme genannt wurden. Damals wie heute sehen übrigens 28 (2011 waren es 26) Prozent der Befragten spontan überhaupt keine Probleme. Eine beachtliche Zahl.

Gleichwohl: "Die Politik muss sich schon kümmern", sagte Voigtland. Da liegt bei den Antworten gleich ein ganzer Katalog von Nennungen um die 80 Prozent: Die Verbesserung der Schulen, die Ausbesserung von Straßen und Verkehrswegen, die Sorge für ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum, die Integration von Ausländern und Zuwanderern, die Einstellung neuer Polizisten und die Brückensanierung. Der Ausbau der Autobahnen wird hingegen im Vergleich von nur 49 Prozent der Befragten für wichtig gehalten.

Die wirtschaftliche Situation am Niederrhein halten schließlich 68 Prozent der Befragten für (sehr) gut. Daran, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird, glauben immerhin 49 Prozent; 25 Prozent der Befragten glauben sogar, dass es am Niederrhein noch weiter aufwärtsgeht. Und das vor dem Hintergrund, dass 92 Prozent der Befragten die Landwirtschaft, 91 das Handwerk und 66 Prozent die Rohstoff- und Baustoffindustrie für die derzeit wichtigsten Wirtschaftszweige halten - auch in Zukunft.

Damit verbunden ist auch, dass die Niederrheiner im Vergleich zur 2011er-Forsa-Umfrage diesmal die Themen Arbeit und Ausbildung sowie Hochwasserschutz mehr bewegen, die Artenvielfalt und die Erholung dagegen als weniger wichtig erachten.

(RP)