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Lokalsport: Kein gutes Omen für den SV Budberg

Lokalsport : Kein gutes Omen für den SV Budberg

Fußball-Kreisliga A: Die "Fohlen" waren beim Gipfelsturm im Durchschnitt nicht einmal 22 Jahre alt. Trainer Patrick Jetten blickt voller Stolz auf seine junge Mannschaft, die den Aufstieg in die Bezirksliga ins Visier genommen hat.

Es ist nicht unbedingt ein gutes Omen, die Winterpause in der Kreisliga A auf einem Aufstiegsrang zu verbringen. Wie ein roter Faden zieht es sich durch die vergangenen Jahre, dass jene Teams, die noch zu Weihnachten von der Bezirksliga träumen durften, sechs Monate später gestrauchelt waren. Der FC Meerfeld, VfL Rheinhausen, SV Scherpenberg oder auch der inzwischen in die B-Liga abgestürzte TV Asberg können ein Lied davon singen; in der letzten Saison traf es den SV Sonsbeck II, dessen Aufstiegsträume im Frühjahr platzten.

In diesem Winter ist der SV Budberg an der Reihe. Die Mannschaft steht ganz oben, sieben Punkte vor der Konkurrenz und mit einer eindrucksvollen Serie im Rücken. "All das", so sagt Trainer Patrick Jetten, "weil die Mannschaft eine sehr gute Entwicklung genommen hat." Sichtbar wird dies in der Tabelle. Noch Anfang Oktober, nach dem neunten Spieltag, fanden sich die Budberger unter "ferner liefen" auf dem achten Rang wieder. Am Ende des Monats, vier Spieltage später, führten sie das Feld der 18 A-Ligisten an. In die Winterpause verabschiedete sich die Mannschaft mit einer imposanten Folge von zehn gewonnenen Partien. "Von den Ergebnissen her kommt uns die Pause nicht gerade zur rechten Zeit", sagt Jetten. "Was aber die Regeneration der Mannschaft angeht, wird sie uns natürlich gut tun."

Denn das ist der nächste Punkt, auf den der Trainer durchaus stolz sein darf. Zählte der SVB bereits in der vergangenen Spielzeit zu den jüngsten Mannschaften der Liga, so senkte Jetten mit dem Einsatz von weiteren, gerade erst aus den A-Junioren-Schuhen heraus gewachsenen Spielern noch einmal den Schnitt. Am Tag, als die Budberger "Fohlen" mit einem 3:0-Sieg über den TuS Xanten an die Tabellenspitze stürmten, betrug das Durchschnittsalter des Teams noch nicht einmal 22 Jahre.

"Möglich war das nur, weil sich die junge Mannschaft den Erfolg in vielen harten Trainingsstunden erarbeitet hat", blickt der Budberger Trainer auf die zurückliegenden Monate zurück. Da wurden Laufwege angeordnet, der Mannschaft eingeimpft, dass sie geduldig darauf hin arbeiten muss, Lücken zu schaffen und sich Chancen zu erspielen. "Wir sind nicht darauf angewiesen, dem Ball hinterher zu laufen, müssen nicht auf Konter setzen, sondern sind in der Lage, das Spiel selbst zu bestimmen", erklärt Jetten die Taktik. Oder, um es einfach auszudrücken: "Wenn wir den Ball in unseren Reihen haben, laden wir den Gegner nicht ein."

Den Druck übt Budbergs junge Garde nicht nur auf die gegnerischen Mannschaften aus, sondern auch innerhalb des Kaders. Auf die erfahrenen Akteure wie Jens Wardemann, Simon Temath, Tobias Paczynski, Marcel Bloemers oder Nisfad Grgic kann Jetten nicht verzichten. Sollten sie aber nicht zur Verfügung stehen, dann hat der Trainer jetzt jederzeit die Chance, sie gleichwertig zu ersetzen, ohne die Qualität zu senken. "Die Jungs strahlen Ruhe aus, das macht uns als Trainerteam natürlich stolz", denkt Jetten auch an den Beitrag von Matthias Prinz, seinem Partner an der Seitenlinie. Nicht zu vergessen: Der SVB ist im Gegensatz zu anderen Vereinen bislang von größeren Ausfällen verschont geblieben. "Da sind wir gut weggekommen", weiß Jetten.

Zwei Veränderungen kündigen sich allerdings in der Rückrunde an. Benedikt Franke, mit elf Treffern bislang einer der torgefährlichsten Budberger Stürmer, wird beruflich bedingt in mehreren Spielen nicht dabei sein können. Mit Collin Heinen steht dafür aber bereits der nächste offensive A-Junior bereit, den Jetten und Prinz an die Mannschaft heranführen wollen.

Was der lauernden Konkurrenz jedoch Hoffnung machen könnte: Gleich neun der noch ausstehenden 15 Saisonspiele muss der Spitzenreiter auf fremden Plätzen bestreiten.

(dk)