Theater Marienbaum/Xanten probt eine Komödie zum Knutschen ein

Theater Marienbaum/Xanten : Eine Komödie zum Knutschen

Die Laienschauspieler des Theaters Marienbaum/Xanten proben gerade eine irrwitzige Dreiecksgeschichte um Tom ein, der sich auf einer Betriebsfeier mit gleich zwei Kolleginnen verlobt. Karten gibt’s ab Samstag, 1. Februar, zu kaufen.

„Wieso kannst du keinen Kaffee kochen? Du bist doch Sekretärin!“ So ein Satz im Alltag gesprochen, dürfte alle emanzipierten Frauen auf die Palme bringen – auf der Theaterbühne regt er zum Schmunzeln an. Und wenn dieser Satz auch noch von einem Mann kommt, der im „richtigen“ Leben Beamter bei der Xantener Stadtverwaltung ist und Georg Rösen heißt, dann wird schnell klar, wo man sich gerade befindet: Mitten in einer Komödie. „Drei Schnäpse und ein Kuss zuviel“ heißt das Stück von Yvonne Struck, das die Laienschauspieler des Theaters Marienbaum/Xanten (Max) sich für ihre neue Spielzeit ausgeguckt haben.

Seit Oktober probt das Ensemble zwei Mal in der Woche im Mehrzweckraum der Sparkasse. Am Freitag, 13. März, um 19.30 Uhr ist die Premiere im Wallfahrtsheim; weitere sieben Aufführungen sind bis zum 28. März geplant.

Das Ensemble: Regie führt wieder Susanne Mangold (51); Souffleuse ist auch dieses Jahr Annemarie van Afferden. Sie ist zur Stelle, wenn jemand mal seinen Text vergessen hat, hilft, den roten Faden wiederzufinden. „Letztes Jahr war das nur einmal der Fall“, erinnert sie sich. Zeile für Zeile liest sie bei den Proben wie auch später bei den Aufführungen aus dem Drehbuch leise mit. „Eine Souffleuse ist unheimlich wichtig, sie gibt uns Sicherheit“, sagt Christiane Bilstein (52), die in der Komödie den Part von Janine spielt, immer sexy gekleidet, Chefsekretärin in der Firma, in der Tom (Olli van Afferden, im Stück 53 Jahre jung, im wirklichen Leben 55 Jahre) und sein Kumpel Freddy (Georg Rösen, 59) arbeiten. Auch Annika (Michaela Heynen, 58) arbeitet dort; sie ist die Freundin von Janine und schwärmt heimlich für Tom. Monika Selle (57) spielt in der Komödie die Mutter von Tom, Michaela Hemmers, mit 38 Jahren jüngstes Ensemble-Mitglied, steht als Toms Nachbarin Frau Müller auf der Bühne.

Ohne sie geht auf der Bühne nichts: Susanne Mangold (r.) ist die Regisseurin und Annemarie van Afferden die Souffleuse. Foto: TheaterMAX

Das Stück: Auf einer Betriebsfeier, so erfährt Tom am nächsten Tag von seinem Freund Freddy, hat er sowohl mit Janine als auch mit Annika geknutscht. Und anschließend soll er sich auch noch mit beiden verlobt haben! Zu dumm nur, dass er so viele Schlaubi-Schnäpse getrunken hat und sich an nichts erinnern kann.

Noch dümmer, dass plötzlich beide Damen gleichzeitig bei ihm in der Wohnung aufkreuzen: Sie dürfen sich auf keinen Fall begegnen! Um das zu verhindern, muss sich Tom eine absurde Ausrede nach der anderen ausdenken. Als dann auch noch seine Mutter und eine neugierige Nachbarin bei Tom klingeln, ist das Chaos perfekt…

„Ich glaube, den Freddy, den hätte auch mein Mann gut spielen können“, sagt Susanne Mangold. Aber Ehemann Reiner hat genug damit zu tun, im Hintergrund die Fäden zu ziehen: Werbung, Plakate und Eintrittskarten drucken, mit Helfern im Wallfahrtsheim die Bühne und das Versteck für die Souffleuse bauen, Wände tapezieren, den Boden legen, Requisiten besorgen.

Die Freundschaft zum Son‘ Theater ist da überaus hilfreich. „Man tauscht sich bei den Requisiten auch schon mal aus, hilft sich gegenseitig beim Auf- und Abbau“, so Reiner Mangold. Auch das Catering bei den acht Vorstellungen macht das Max-Theater selber: Brötchen, Frikadellen, Schnitzel, Getränke – der Zuschauer soll nicht darben. 200 Leute passen maximal in den Saal des Wallfahrtsheimes an der Klosterstraße, 150 Karten werden je Vorstellung verkauft.

90 Minuten dauert die Komödie „Drei Schnäpse und ein Kuss zuviel“. Nach dem ersten von drei Akten ist Pause. Zwei Wochen vor der Premiere probt das Max-Theater jeden Abend – und wenn dann nach der achten Vorstellung am 28. März der Vorhang endgültig fällt, sei man schon traurig, geben alle zu. „Da fällt man erstmal in ein Loch“. Reich wird das Max-Theater durch die Aufführungen nicht: Die Tantiemen für das Stück müssen abgeführt, die Plakate gedruckt, das Material für die Bühne gekauft, die Miete fürs Wallfahrtsheim bezahlt werden. Aber man will die Eintrittspreise (die Karte kostet neun Euro) nicht erhöhen, um auch Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen, die weniger Geld zur Verfügung haben.