Kamp-Lintforter Vorschulkinder lernen die Welt des Theaters kennen

Besuch in der Stadthalle : Vorschulkinder lernen die Welt des Theaters kennen

„Jedem Kind ein Theaterbesuch“ heißt es wieder einmal. Mädchen und Jungen aus Kitas blickten hinter die Kulissen der Stadthalle und erlebten den „Miesepups“.

Seit inzwischen neun Jahren schon ermöglicht es die Stadt Kamp-Lintfort gemeinsam mit der Volksbank Niederrhein als Sponsor und der Dinslakener Burghofbühne, dass jedes Kamp-Lintforter Kindergartenkind einmal kostenlos ins Theater gehen kann. Am Dienstagmorgen sahen in der frisch sanierten Stadthalle 50 Vorschulkinder der Kitas „Wirbelwind“, „Pusteblume“ und des katholischen Kindergartens St. Barbara mit dem Stück „Der Miesepups“ die erste diesjährige Vorstellung. Vorher gab die Theaterpädagogin Klara Kaltenbacher Kindern eine Einführung in die Bühnenwelt. „Was braucht man denn so in einem Theater?“, fragte sie und zeigte auf die Scheinwerfer über sich. „Licht.“ „Ja richtig, und Lautsprecher für Musik und Geräusche.“ Alle nickten. „Und wer arbeitet am Theater?“ „Puppen“, wusste ein Mädchen. „Ja manchmal auch Puppen.“ „Und Clowns“, ergänzte ein Junge. „Stimmt ebenfalls, aber sonst nennt man sie Darsteller“.

In ähnlicher Weise erfuhren die Kleinen, dass die Gegenstände auf der Bühne von Kulissenbauern stammen, dass die Kleider der Schauspieler Kostüme heißen und der Raum, in dem sie sich umziehen Garderobe genannt wird. Letztere durften sie sogar in Augenschein nehmen und sich dabei mit allerlei Hüten und Masken in Schauspieler verwandeln. „All das gehört mit zu unserem Bildungskonzept“, sagte der Beigeordnete Christoph Müllmann. „Dass die Kinder schon im Kindergarten mit Theater vertraut werden, und zwar nicht nur vor der Bühne.“

Als alle nach der Garderobenbesichtigung wieder auf ihren Stühlen saßen, ging es mit dem Theater los. Aus einem mit Moos und Ästen versehenen Hügel tauchte eine Gestalt mit grünen Haaren, dicker Brille und rotem Gehrock auf. „Das hier ist die Baumhöhle des Miesepups. Er wohnt hier schon zwei Jahre und hat seither nicht einmal aufgeräumt. Und er mag keine Besucher“, erzählte sie, bevor sie anschließend, diesmal als Miesepups selbst aus einer Öffnung im Hügel kroch. „Geht weg! Ihr wollt mich doch nur anstarren, weil ich so hässlich bin“, beschimpfte er die Tiere vor seiner Tür und vertrieb sie damit alle. Nur das Kucks – eine von der Erzählerin geführte Handpuppe – ließ sich nicht einschüchtern. Am Ende wurden Kucks und der miesepupsige Geselle sogar Freunde.

Guido Lohmann, Chef der Volksbank Niederrhein, kündigte für Anfang 2020 eine Ausstellung in der Kamp-Lintforter Volksbank-Filiale mit Bildern an, die die kleinen Theaterzuschauer gemalt haben. Die drei schönsten Bilder werden prämiert.