Laga Kamp-Lintfort: Der Garten als idyllisches Sommerhaus.

Landesgartenschau 2020 : Der Garten als idyllisches Sommerhaus

Fünf Landschaftsbauer vom Niederrhein legen im Schatten des Förderturms gemeinsam einen Garten an. Außerdem gestalten deutsch-niederländische Kooperationspartner eine Parzelle auf dem Laga-Areal.

Auf der Fläche nördlich des großen Förderturms herrscht geschäftiges Treiben. Baggerfahrer bewegen Erde, Landschaftsbauer pflastern Wege, und Gärtner pflanzen Bäume. „Es entstehen hier fast 30 verschiedene Gärten“, sagt Laga-Geschäftsführer Heinrich Sperling mit Blick auf die Landesgartenschau 2020, die am 17. April beginnt. Einer davon ist der Themengarten „Mensch und Natur“. Ein anderer der Ausstellungsbeitrag „Regional Skills Labs“.

Der Garten als Sommerhaus: Das ist eine Idee, die fünf Garten- und Landschaftsarchitekten aus der Region für die Landesgartenschau entwickelt haben. Wenn es im Sommer heißt ist, können sich Besucher ihres Gartens „Mensch und Natur“ unter einer berankten Pergola zurückziehen und Schatten unter einem Christdorn suchen. Und sie finden Ruhe an einem Wasserbiotop. „Der Garten ist wie ein Sommerhaus“, sagt Benno Müller. Der Garten- und Landschaftsbauer aus Xanten legt zusammen mit vier weiteren Kollegen den Garten „Mensch und Natur“ an. Zu dem Team gehören Johannes Aengen-Eyndt aus Sonsbeck, Sven Langhoff aus Hünxe sowie Thomas Nowak aus Moers und Thorsten Gaul aus Kamp-Lintfort.

„Wir haben uns im Oktober das erste Mal getroffen und Ideen zusammengetragen“, berichtet Johannes Aengen-Eyndt. Aus diesen Ideen entwickelten sie einen Plan, um die 440 Quadratmeter große Fläche in einen Garten umzuwandeln, in dem Menschen sich von morgens bis abends gerne aufhalten. „Wie in einem Wohnzimmer“, erklären die Freunde die Grundidee.

Im Garten nehmen sie aktuelle Trends auf. Einer ist beispielsweise die Nachhaltigkeit. Deshalb wandeln sie eine Ecke der Parzelle in einen Wildstaudengarten für Insekten und Bienen um. Sie bauen in einem anderen Teil ein Wasserpflanzenbiotop für Amphibien und Vögel. „Mensch und Natur profitieren gemeinsam voneinander“, erläutert Sven Langhoff.

Ein zweites Thema ist die Kommunikation. Gärten sollen Treffpunkte sein. Deshalb stehen mitten im Garten der fünf Freunde Blöcke aus Naturstein, auf die sich Besucher setzen können, um sich zu unterhalten oder die Natur zu beobachten. In einer Ecke liegt ein Senkgarten mit Feuerstelle und Grill. „Es gibt unterschiedliche Gartenmenschen“, sagt Thomas Nowak.

Ein drittes Thema ist die leichte Pflege. So werden Bäume, Hainbuchenhecke, Stauden, Blumen und Rasen automatisch bewässert. Der Rasen wird von einem Roboter automatisch geschnitten. „Große Vielfalt und wenig Gartenpflege müssen kein Widerspruch sein“, betont Thorsten Gaul. 600 Arbeitsstunden und einen hohen fünftstelligen Eurobetrag investieren die fünf befreundeten Gärtner in das kleine Paradies, um für den Garten- und Landschaftsbau zu werben.

Ab dem 17. April, wenn die Landesgartenschau eröffnet, ist an Sams-, Sonn- und Feiertagen einer von ihnen als Ansprechpartner dort präsent.