Tim Wilke will SV Budberg mit neuer Lust zu alter Spielfreude führen

Fußball : Mit neuer Lust zurück zu alter Spielfreude

Tim Wilke ist der neue Mann an der Seitenlinie des SV Budberg. Nach selbst auferlegter knapp zweijähriger Auszeit reizt den 44-Jährigen die Aufgabe, seinem neuen Club aus der Krise zu helfen. Er will die alte Budberger Fußball-DNA wiederbeleben.

Bis vor wenigen Tagen sah die Welt des Tim Wilke noch anders aus. Der 44-Jährige kümmerte sich um seinen Job im Musikmanagement, zu Hause warteten die Lebensgefährtin und seine fünfjährige Tochter. Das mag schon reichen, um einen Menschen zufrieden zu stellen. „Ich war auch ohne einen Job im Fußballgeschehen glücklich“, sagt Wilke.

Zwei Jahre und vier Monate dauerte Wilkes Auszeit von der Trainerbank. 2017 hatte der Übungsleiter den MSV Moers, mit dem er ein Jahr zuvor den Aufstieg in die Bezirksliga feiern durfte, verlassen. In Meerbeck ging‘s den Bach hinunter, während Wilke den Fußballsport nur noch als Zuschauer begleitete. „Es gab in den vergangenen Jahren einige Anfragen, aber da war nichts dabei, was mich zu einer Rückkehr hätte bewegen können“, erinnert er sich.

Ein Anruf freilich kann da alles ändern. Und wenn am anderen Ende der Leitung sich die Verantwortlichen des SV Budberg melden, dann erwacht in einem „Fußball-Ruheständler“ auch ganz schnell wieder der sportliche Ehrgeiz. Der Bezirksligist legte Wilke das Angebot auf den Tisch, die Nachfolge des wenige Tage zuvor verabschiedeten Trainers Ulf Deutz zu übernehmen. „Der Familienrat tagte“, berichtet Wilke, „und gab sein ok. Ich habe mir die Budberger Mannschaft im Spiel gegen den VfB Homberg II angesehen und mich dann entschlossen, die Herausforderung angenommen.“

Am Dienstagabend war schon alles amtlich. Verein und Trainer verständigten sich, und „jetzt sind wir uns alle einig, die Sache mit großer Lust zu beginnen.“ Wilke spürt wieder den Tatendrang in sich, der zwei Jahre lang geschlummert hat.

Gut also, dass es schon am heutigen Donnerstag losgehen kann. Wilke wird sich am Abend beim Training der Mannschaft vorstellen und gleich darauf zu sprechen kommen, dass er die „alte Budberger Fußball-DNA“ im Spiel sehen möchte. „Das Team soll frei von jeglichem Druck auf den Platz gehen und über die Spielfreude wieder zu ihrem Rhythmus finden“, erklärt der neue Mann an der Budberger Seitenlinie. Der habe zuletzt gefehlt, und mit fünf Niederlagen in Folge war der SVB zwischenzeitlich sogar auf einem Abstiegsrang gelandet. „Jetzt gilt es, die Mannschaft wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, und das ist meine Aufgabe“, sagt Wilke.

Dafür bringe er seine „persönliche Note“ ein. „Ich finde es schon interessanter, wenn wir den Ball haben, als dass wir dem Gegner hinterher rennen.“ Niemand wird widersprechen. „Und ich bevorzuge das gepflegte Kurzpassspiel.“ Und dann folgt noch eine Aussage: „Mit unserer Mentalität sollten wir uns auch gegen qualitativ bessere Mannschaften behaupten können!“

Für den SVB sind das keine neuen Gedanken, denn sie wurden auch von Patrick Jetten, bis zum Sommer Wilkes Vor-Vorgänger im Traineramt, ganz groß geschrieben und über Jahre erfolgreich umgesetzt. Und tatsächlich: Die beiden Herren haben in der vergangenen Saison auch miteinander gesprochen, als Wilke erstmals in seiner selbst aufgelegten Auszeit „fremdelte“ und als Spielbeobachter Jetten und den SVB unterstützte.

Jetzt muss er es in verantwortlicher Position richten. „Ich nehme die Aufgabe an und bin voller Vorfreude“, lässt Wilke wissen, dass er nun auch wieder mit dem Fußball glücklich sei.

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