Handball : Ein Sieg zum Abschied

Nach dem 30:18-Erfolg gegen den TV Issum II fließen die Tränen. Drei Spielerinnen verlassen den Verein.

Am Ende klingt es nach einem klaren Sieg. Doch so eindeutig war es während der Partie nicht. Die Partie gegen die zweite Mannschaft aus Issum, die noch gegen den Abstieg kämpften, war über weite Strecken ein zähes Unterfangen. Eigentlich wollte der TuS durch eine kompakte und offensive Abwehr zu schnellen und einfachen Toren gelangen. Dieses Vorhaben wurde vor dem Seitenwechsel aber nur teilweise umgesetzt. Die Xantenerinnen zeigten einige individuelle Schwächen im Abwehrverhalten. Hinzu kam, dass sie etliche Bälle wegwarfen und die gegnerische Torhüterin mit dankbaren Würfen auf halber Höhe bedienten. Die Chancen auf eine höhere Pausenführung waren zwar durchaus gegeben, doch es ging bloß mit einem 14:12 in die Kabine.

Nach der Halbzeitpause traten die Xantenerinnen unnötig nervös auf, sodass Issum Selbstvertrauen gewann und sogar das Spiel mit einem Zwischenergebnis von 15:16 drehen konnte. „Da wurden Erinnerungen an die Hinspielpleite wach. Wir brauchten dringend eine Auszeit“, sagt Teamsprecherin Lena Gäde. Nach der Auszeit wurde auf eine 5-1-Deckung umgestellt und vier neue beziehungsweise erfahrende Spielerinnen kamen auf die Platte. Das zahlte sich aus: Die Abwehr stand sicherer und es konnten mehrere Bälle ergattert werden. Die Folge war ein grandioser 9:0-Zwischenspurt, der die Vorentscheidung herbeiführte.

„In dieser Phase zeigten die scheidenden Juli und Katha noch einmal, wie wichtig sie für uns sind“, so der Trainer Harald Metsches. Issum war 15 Minuten vor Schluss am Ende seiner Kräfte und dem Trainer war es nochmal möglich, allen Spielerinnen Spielzeit einzuräumen.

So war es letzten Endes dann doch ein klarer Erfolg, der auch in der Höhe verdient war. Insgesamt konnten sich elf Spielerinnen in die Torschützenliste eintragen – ein eindeutiges Indiz für eine geschlossene Mannschaftsleistung und zugleich ein glorreicher Abschluss. Die Vizemeisterschaft konnte dem TuS zwar schon vor dem Spiel nicht mehr genommen werden, aber in der zweiten Halbzeit spielte der TuS auch wie ein Vizemeister.

Nach dem Spiel lagen sich alle glücklich in den Armen – aber nur wenige Momente später flossen Tränen. Die anstehende Verabschiedung von den Mitspielerinnen Julia Winkels, Katharina Radtke und Cornelia Swoboda erzeugten große Emotionen und machten dieses Spiel zu einem ganz besonderen. Der Sieg war demnach für alle ein würdiger Abschluss.

„Wir können mit der nun abgelaufenen Saison sehr zufrieden sein und einige sehnen sich nach der wohlverdienten Pause“, sagt Lena Gäde, und ergänzt: „Mit dem zweiten Auge blicken wir natürlich schon ein wenig in die Zukunft und in die nächste Saison. Vor allem wegen der Abgänge und einigen Fragezeichen wird es eine Saison mit vielen Herausforderungen.“ Einige der Nachwuchsspielerinnen haben ihr Talent allerdings schon angedeutet, so dass der TuS wieder eine gute Mannschaft stellen wird.

Tore: Radtke (8), Sernetz (7/1), Langenberg (4/1), Julia Winkels, Jennifer Winkels und Oenning (jeweils 2), Kilders, Sturm, Kuhlmann, Lamers und Wenning (jeweils 1).

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