Xanten: Alexander Senk wird am Sonntag Diakon

Xanten: Alexander Senk wird am Sonntag Diakon

Der 29-Jährige war ein Jahr lang Gemeindepraktikant in der Xantener St.-Viktor-Gemeinde.

Das Leben ganz in den Dienst an Gott und den Menschen zu stellen: Für Alexander Senk ist das das ganz große Ziel. Am Sonntag macht der 29-Jährige, der ein Jahr lang Jahr als Gemeindepraktikant in der Xantener St.-Viktor-Gemeinde tätig war, einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum Priestertum: Im St.-Paulus-Dom in Münster wird Bischof Felix Genn ihn und weitere drei Priesteramtskandidaten zu Diakonen weihen. Das Diakonat ist eine einjährige Zwischenstufe zwischen dem Abschluss des Theologiestudiums und der Priesterweihe.

Die letzten Tage vor dem feierlichen Gottesdienst verbrachten die Priesteramtskandidaten im Kloster Dinklage. "Zur Ruhe kommen" ist das Motto der Zeit im Haus der Benediktiner-Nonnen. Und so falsch sei das überhaupt nicht, gestand der aus Coesfeld stammende Alexander Senk, den wir auf der Anfahrt zum idyllisch gelegenen Kloster St. Scholastika im oldenburgischen Münsterland sprechen konnten: So langsam wachse nämlich die Unruhe vor dem großen Ereignis, an dem natürlich die ganze Familie und viele Freunde teilnehmen werden. Einer reist sogar aus Riga an.

Aus Xanten hatte sich der angehende Diakon vorübergehend bereits vor drei Monaten verabschiedet. In dieser Zeit galt es, im Priesterseminar in Münster noch zahlreiche Seminare und Schulungen zu besuchen und die Praktikums-Zeit zu reflektieren. Eine, die der Sohn einer katholisch geprägten Familie, nach eigenen Worten beeindruckte und die er genoss.

Das Schulpraktikum an der Hagelkreuzschule in Lüttingen beispielsweise, die Eifel-Wanderung und die Münsterfahrt mit den Firmlingen, die zweiwöchige Messdiener-Freizeit in der Lippischen Externstein-Stadt Horn-Bad Meinberg am Rand des Teutoburger Waldes. Und die Betreuung durch Propst Klaus Wittke. Traugespräche, Trost spenden in Trauerfällen: "Der Propst ist ein hervorragender Lehrmeister in der klassischen Seelsorge", sagt Senk, der schon früh den Wunsch verspürt hatte, Priester zu werden, aber auf Anraten seines früheren Kaplans und seiner Familie erst an der katholischen Hochschule in Münster Sozialpädagogik studiert hatte.

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"Vor dem entscheidenden Schritt in ein besonderes Berufsverhältnis ohne Familie" sollte und wollte er sich ein zweites Standbein sichern. Spätestens aber seit einem Praxisseminar in Irland mit einem entscheidenden Stück Grunderfahrung im Umgang mit Obdachlosen, Alkoholsucht, Kinderarmut und einer immensen Jugendarbeitslosigkeit stand fest, "dass Menschen jemanden brauchen, der sich um sie kümmert, ihnen weiterhilft bei den grundsätzlichen Fragen des Lebens".

Und das sei eben etwas, das Kirche, das Gotteserfahrung leisten könne. Senk nennt das ein "besonderes Grundrauschen im Leben", das es ermögliche, auch und gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels dazu beizutragen, dass Menschen mit neuen Erfahrungsorten, Projekten und Jugendarbeit gute Erfahrungen mit dem Glauben machen.

Nach der Weihe zum Diakon will Alexander Senk, der übrigens selbst das kirchliche Orgelspiel seit seiner Jugend pflegt, daran in Xanten weiter arbeiten. Ein Jahr lang. Dann geht es wieder ins Priesterseminar. Am Pfingstfest 2019 steht dann in Münster die Priesterweihe an, am Pfingstmontag seine erste eigenständige Messfeier - die Primiz im Xantener Dom.

Es folgen Kaplan-Jahre und irgendwann die Übernahme auch administrativer Verantwortung als Pfarrer. Aber das kirchliche Management, so Seelsorger Alexander Senk, dürfe ruhig noch etwas warten.

(RP)