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Kommentar zum Amtsverzicht von Bürgermeister Josef Heyes nach der Wahl in Willich

Kommentar : Bäumges ist noch nicht gewählt

Der Verzicht von Josef Heyes auf eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Willich nach der Kommunalwahl im Herbst dieses Jahres ist nachvollziehbar. Heyes ist seit 1999 hauptamtlicher Bürgermeister, bei der Wahl am 13. September wäre er 72 Jahre alt – ein Alter, in dem man wahrlich an Ruhestand denken kann.

Dass er den CDU-Fraktionsvorsitzenden Johannes Bäumges zu seinem Wunschnachfolger auserkoren hat, überrascht indes wohl auch viele Christdemokraten.

Immerhin gibt es neben Bäumges mit dem CDU-Parteivorsitzenden Christian Pakusch und dem stellvertretenden Bürgermeister Guido Görtz (ebenfalls CDU) zwei weitere Bewerber in den Reihen der Willicher Christdemokraten, die sich Hoffnungen darauf machen, von ihren Parteifreunden zum Bürgermeisterkandidaten gekürt zu werden. Bei der Mitgliederversammlung unmittelbar nach Karneval soll der CDU-Kandidat gewählt werden.

Sowohl Pakusch als auch Görtz wussten im Vorfeld nichts von Heyes’ Entscheidung für Bäumges. Heyes hatte offen gelassen, ob er nicht selbst noch einmal kandidieren würde. Dass Heyes nicht den CDU-Parteichef Pakusch vorschlagen würde, hätte man sich allerdings nach der öffentlichen Kritik von Heyes’ Sohn Christoph an Pakusch bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Willicher CDU schon denken können.

Die Willicher CDU steht nun vor einer Zerreißprobe. Spannend dürfte die Frage sein, ob weiterhin alle drei Bewerber um die Nominierung zum CDU-Bürgermeisterkandidaten ihren Hut in den Ring werfen und wer von ihnen in den kommenden Wochen die meisten Parteifreunde hinter sich scharen kann. Bäumges hat dabei zunächst mal die besseren Karten. Er bringt als Jurist Berufserfahrung bei einem großen Wirtschaftsunternehmen mit, und er ist als Brauchtumsfreund auch bei den Willicher Vereinen gut vernetzt. Bäumges wird sicherlich einen anderen Stil pflegen als Heyes, sollte er zum neuen Bürgermeister gewählt werden. Heyes’ Stärke ist seine Bürgernähe und Volksverbundenheit.

Bericht: Heyes verzichtet auf weitere Kandidatur