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Der erste Verkaufstag nach Weihnachten startete in Kempen und Willich mit großer Gelassenheit

Umtausch im Einzelhandel in Willich und Kempen : Nach Weihnachten ist es ruhig

Der erste Verkaufstag nach Weihnachten startete in Kempen und Willich mit großer Gelassenheit. Die ersten Umtausche und das Einlösen von Gutscheinen liefen ruhig an. Von Hektik war nichts zu spüren.

Das Gesicht von Jens drückt sichtliche Zufriedenheit aus. Der Grund sind die Playmobilfiguren im Stoffbeutel des Achtjährigen, der mit seiner Mutter gerade aus dem Willicher Spielwarengeschäft Erren gekommen ist. „Oma hat mir ein Kartenspiel geschenkt, das ich schon von meiner Tante bekommen hatte. Omas Spiel habe ich jetzt in neue Playfiguren für meine Raumfahrtstation umgetauscht“, berichtet Jens. Der junge Willicher ist nicht der Einzige, der den ersten Tag nach Weihnachten für den Umtausch oder das Einlösen von Gutscheinen nutzt. In Kempen wie auch in Willich sind die ersten Einkäufer unterwegs, wobei manche Tüte zunächst einmal von zu Hause aus in ein Ladenlokal hineingetragen wird, bevor es mit einem neuen Inhalt hinausgeht.

„Heute Morgen ging schon ganz früh das Telefon, und eine Frau fragte nach, ob wir heute geöffnet hätten“, sagt Birgit Felde, Inhaberin von Wäsche, Mieder und Wolle Schuffelen. Kurze Zeit später wurde ein zu klein gekaufter Herrenschlafanzug umgetauscht. Ob es allerdings die Anruferin war, weiß Felde nicht. Fest steht: Neben dem ersten Umtausch verwandelten sich auch die ersten Gutscheine bereits in Produkte, und so „mancher kaufte Wollnachschub ein, weil über Weihnachten alles aufgestrickt wurde“, berichtet Felde. „Bis jetzt scheint alles zu passen“, bemerkt indes Detlef Pimpertz vom gleichnamigen Modegeschäft in Anrath. Einen Umtausch gab es noch nicht, und auch kein Gutschein wechselte den Besitzer. Dafür kamen die ersten Kunden, um sich einmal nach reduzierter Wintermode und der schon eingetroffenen Frühjahrsmode umzusehen. „Die Wende-Strickjacken, die das Frühjahr mitbringt, sind derzeit der Renner“, sagt Pimpertz.

Mit Sammelgutscheinen startete Heinrich Stevens vom Anrather Juweliergeschäft den Morgen. „Oft ist es so, dass vom Mann, den Kindern und den Eltern bei uns Gutscheine gekauft werden, die die Beschenk­te dann zusammen einlösen kann. Auf diesem Weg kann natürlich ein Wunschschmuckstück, das vielleicht etwas hochpreisiger ist, bequem eingekauft werden“, berichtet Stevens. Ansonsten gab es bereits einen nicht passenden Ring, der problemlos in die korrekte Größe umgetauscht wurde.

Ein ganz anderes Ziel hat Indra Beckers: „Ich fahre nach dem Frühstück in den Baumarkt. Nach Weihnachten kann man ganz tolle Schnäppchen bei Dekoartikeln machen. Das wird einfach bis zum nächsten Jahr weggestellt“, erzählt die junge Frau, die gerade mit der Brötchentüte durch Willich geht. Schmunzeln musste Anja Hasenbeck kurz nach Ladenöffnung. „Ich habe heute Morgen Nachweihnachtsgeschenke verkauft, die für ein Weihnachtsfest sind, das nachträglich unter Freunden gefeiert wird, wie der Kunde mir erzählte“, sagt die Inhaberin vom Anrather Geschäft Sternenhimmel. Was Gutscheine betrifft, blieb es indes ruhig, obwohl viele verkauft wurden. „Bei mir muss sich niemand Gedanken machen, dass ein Gutschein abläuft. Die können noch Jahre später eingetauscht werden. Erst kürzlich hatte ich einen vier Jahre alten Gutschein“, sagt Hasenbeck.

Kerstin Reyscher-Reiff von der Parfumerie Platen (r.) in Kempen berät Kundin Cordula Kassat. Foto: Norbert Prümen

So lange will Anne Schramms nicht warten. „Ich habe mich sehr über meinen Gutschein der Parfümerie Platen gefreut und bin auf dem Weg, um ihn einzulösen“, sagt die St. Huberterin. Sie ist nicht die Einzige, die die Kempener Parfümerie mit einem Gutschein ansteuert. „Wir haben sehr viele Gutscheine verkauft, und heute Morgen sind schon etliche eingelöst worden“, informiert Mitarbeiterin Kerstin Reyscher-Reiff. Ruhig geht es derweil bei „Charisma Woman’s Wear“ zu. „Wir haben noch keinen Umtausch und auch noch keinen Einkauf mit Gutschein am ersten Einkaufsmorgen nach Weihnachten gehabt. Ich denke, das wird am Samstag anders aussehen. Heute schlafen viele aus und füllen danach erst einmal den Kühlschrank auf“, sagt Inhaberin Susanne Bornkapp. Mit gleich mehreren Gutscheinen ist Peter Stoffels unterwegs. „Meine Frau hat mich mit einem Sportgeschäft-Gutschein beschenkt. Das werden neue Joggingschuhe. Die Kinder kamen mit Gutscheinen für den Buchhandel – die Leselektüre für den Urlaub. Von meinem Vater gab es einen Gutschein für das Gartencenter, den ich allerdings erst im Frühjahr für Pflanzen nutzen werde“, erzählt der 51-Jährige.

Um etwas umzutauschen, ist Helga Prewald unterwegs. Die Winterstiefel, ein Geschenk von ihrem Mann, gefallen ihr zwar gut, sind allerdings zu klein. „Das liegt an den dicken Socken, die ich im Winter immer trage. Da brauche ich die Stiefel etwas größer. Ich hoffe, ich bekomme sie noch in Größe 39“, erklärt sie. Einen ersten Umtausch gab es auch schon bei Wehmeyer Miederwaren, Wäsche und Bademoden. „Eine Tochter hatte für ihre Mutter den Schlafanzug zu klein gekauft. Die Beschenkte hatte Glück, und wir hatten das gleiche Modell noch eine Nummer größer da“, sagt Petra Kranhold. Ansonsten konnte die Geschäftsinhaberin feststellen, dass gerade viele Männer, die Unterwäsche einkauften, mit einem BH-Muster unterwegs waren, um wirklich die richtige Größe zu kaufen. „Die Männer haben sehr gut ausgesucht“, lobt sie. In Sachen Gutscheine, die ebenfalls gut verkauft wurden, rechnet Kranhold damit, dass der große Schwung am 5. Januar einsetzen wird: Dann ist in Kempen der erste verkaufsoffene Sonntag.