1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Ein nicht ganz ernst gemeinter Jahresausblick für 2020 im Ostkreis Viersen

Kreis Viersen : Die Karriere nach der Karriere

Im neuen Jahre ist wieder eine Menge los. Die abgelösten Bürgermeister machen weiter von sich reden. Greta ist zu Gast in Tönisvorst, wird aber missverstanden. Josef Heyes veröffentlicht einen Roman. Ein nicht ganz ernst gemeinter Ausblick.

Der überaus hartnäckige Winter hat Kempen immer noch fest im Griff, als kurz vor Karneval der erste Eklat des Jahres die Thomasstadt tief erschüttert. Auf Geheiß der Bezirksregierung soll man endlich eine Umweltspur einführen, und die Verantwortlichen im Rathaus wollen es besonders gut machen. „Eine Umweltspur?“, denken sie sich. So ein Quatsch, machen wir doch gleich mehrere. Der Nabu wird um Hilfe gebeten, präpariert Fußabdrücke verschiedener Wildtiere, und die Stadt Kempen kann stolz darauf verweisen, in Sachen Umweltspur einen besonders innovativen Weg eingeschlagen zu haben.

Auch Tönisvorst macht jetzt in Umwelt, hat da aber irgendetwas falsch verstanden. Alle Parteien sind sich (selten genug in Tönisvorst) einig, dass man sich dem Trend unbedingt anschließen müsse und rufen im Frühjahr erstmals zu einer Demo unter dem Motto „Thursdays for Past“ auf. Hunderte von entschlossenen Aktionisten hüllen sich in Hippie-Gewänder, skandieren Friedensparolen und rauchen sich dabei ein Pfeifchen.

  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis Viersen steigt leicht an
  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis Viersen sinkt auf 72
  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis Viersen sinkt auf 66

Willichs Kulturleben erfährt eine ungemeine Bereicherung, als bekannt wird, dass der Erstling von Bürgermeister Josef Heyes als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis gehandelt wird. „Onkel Jupps Hütte“ thematisiert den auch in Willich immer weiter um sich greifenden Wohnungsmangel. Der wurde ausgelöst durch eine Zuzugswelle aus Tönisvorst, wo viele Bewohner den Hippie-Kram so langsam satt haben.

Eine besonders gute Idee zu der im Juni und Juli stattfindenden Fußball-Europameisterschaft hat die Gemeinde Grefrath. Das Public Viewing findet nämlich nicht im Außenzelt des Eissportzentrums statt, sondern im benachbarten Freilichtmuseum. In den historischen Gemäuern geht es nebenbei auch um die Kulturgeschichte des Fußballs am Niederrhein. Kommentar eines irgendwann gelangweilten Fans: „Schluss jetzt mit dem Blick zurück, wir wollen Tore, mindestens fünf Stück“. Kulturbanausen, denkt sich die Museumsleitung, und beschließt, dass künftig jeder Besucher vor seinem Eintritt drei Fragen zu niederrheinischen Hochzeitsbräuchen im 19. Jahrhundert beantworten muss. Die unmittelbare Folge ist gähnende Leere, der Kulturausschuss bastelt an einem neuen Konzept.

So langsam werfen die Kommunalwahlen ihre Schatten woraus, die scheidenden Bürgermeister basteln an der Karriere nach der Karriere. Volker Rübo aus Kempen plant die Einführung von Burgfestspielen. Zur Premiere steht das moderne Stück „Fideles Rathaus“, versehen mit autobiografischen Elementen, auf dem Programm. Um die Hauptrolle streiten sich verschiedene Ex-Dezernenten.

Ebenso konkret sind die Pläne von Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz. Er möchte die freie Zeit nutzen, um sich einen Jugendtraum zu erfüllen. Schon immer nämlich wollte er bei einer Eisrevue eine Rolle übernehmen. Der Erfolg gibt ihm recht. Er wird spontan für eine mehrmonatige Tournee durch ganz Europa verpflichtet.

Stichwort Kommualwahlen: Hier kommt es zu einigen höchst überraschenden Ergebnissen, die an dieser Stelle aber noch nicht veröffentlicht werden, um den Spannungsbogen zu erhalten. Verraten sei allerdings, dass Grefrath sich unter seinem neuen Bürgermeister zu einem überraschenden Schritt entschließt: Der Grexit soll die Chancen auf den Zuschlag zur Landesgartenschau 2020 enorm erhöhen.

Versöhnliches Jahresende in Tönisvorst: Greta schaut vorbei und erklärt, was sie wirklich meint. Was nicht ohne ein erneutes Missverständnis endet: Unter dem Motto „Sundays for good Food“ tüfteln die Einwohner an einem ganz besonderen Weihnachtsessen und wünschen sich eine gute Zukunft.