Streit um Wasserschutzzone in Ginderich Pettenkaul

Debatte um Kies : Streit um Wasserschutzzone in Ginderich

Grafiken des Geoportals Niederrhein zeigen, dass die geplante erweiterte Hülskens-Abgrabung Pettenkaul zumindest Wasserschutzbereiche nicht tangiert.

(sep) Im Streit um einen weiteren Kiesabbau in Ginderich-Pettenkaul hat sich auf Anfrage unserer Redaktion nun der Regionalverband Ruhr (RVR) geäußert. Strittig ist die Frage, ob es sich bei der Fläche zwischen der jetzigen Kiesabgrabung Pettenkaul und dem Rhein um eine Wasserschutzzone handelt. Wesels SPD-Fraktionschef Ludger Hovest beharrt darauf, dass Wasserschutzgründe einer Abgrabung dort nicht im Weg stehen dürften, weil es sich faktisch nicht um eine Schutzzone handele. Kiesgegner würden dies aber immer wieder behaupten, kritisiert Hovest.

Grafiken des Geoportals Niederrhein zeigen, dass die geplante erweiterte Hülskens-Abgrabung Pettenkaul zumindest Wasserschutzbereiche nicht tangiert. Theoretisch könnte hier also Kiesabbau entstehen. Ein RVR-Sprecher teilte nun aber mit, dass sowohl in dem aktuellen Regionalplan als auch im Entwurf für den künftigen Regionalplan bestimmte Flächen für die Sicherung und den Abbau von Bodenschätzen (BSAB) mit klaren Umgrenzungen dargestellt seien. Textlich sei im Regionalplan festgehalten, dass es eine „Konzentrationswirkung“ geben müsse. Dies bewirke, dass es Abbau von Kies und Kiessanden nur innerhalb der BSAB-Bereiche gebe dürfe. Anträge auf Abbau außerhalb dieser Bereiche könnten nicht zugelassen werden. Das Weseler Unternehmen Hülskens hält einen Abbau neben einer bestehenden Abgrabung ebenso wie die Weseler SPD für sinnvoller als einen Abbau in Obrighoven und Lackhausen. Hülskens hat Gutachten, die einen Abbau dort als rechtlich zulässig bewerten.

Ludger Hovest begrüßte in diesem Zusammenhang die neuen Äußerungen der CDU-Landtagsabgeordneten Charlotte Quik, die sich für Abgrabungen neben bestehenden Kiesflächen in Ginderich und Vahnum ausgesprochen hatte. Quik solle nun für eine schnelle Kieskonferenz im Kreis Wesel sorgen. Der RVR oder der Kreis müsse eine solche durchführen. „Wenn nicht, dann macht die SPD Wesel eine Kieskonferenz für unsere Stadt“, drohte Hovest. Der grüne Regionalplaner Tönnes spreche nicht mit der Industrie, das sei „Feigheit vor dem Feind“.

Kritik übte der SPD-Fraktionschef und SPD-Vorsitzende Hovest hingegen am CDU-Landratskandidaten Ingo Brohl. Dieser hatte sich, wie berichtet, für eine Klage gegen den Landesentwicklungsplan wegen des Kiesabbaus ausgesprochen. Begrüßt wird das Vorgehen Brohls hingegen von der SPD-Kreistagsfraktion. Gerd Drüten, SPD-Kreisfraktionschef, sieht in Brohl einen neuen Verbündeten. „Die Einsicht Herrn Brohls kommt überraschend, ist aber richtig und wichtig“, sagte Drüten.

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