Zwei Weseler Teams starten bei Turnierhund-DM im heimischen Auestadion

Im Team auf Titeljagd : Wesel sucht Deutschlands Superhund

Am 7. und 8. September kämpfen Hunde und Herrchen aus ganz Deutschland im Weseler Auestadion um die Deutsche Meisterschaft. Mit dabei sind auch zwei Teams vom Deutschen Sporthund-Verein Am Jäger.

„Leichtathletik mit dem Hund“, so wird der Turnierhund­sport vom Deutschen Sport­hund-Verein Wesel auf seiner Website beschrieben. Der knapp 200 Mitglieder starke Verein gehört am Wochenende 7./8. September im Weseler Auestadion bei der Deutschen Meisterschaft (DM) im Turnierhundsport zu den Ausrichtern des Deutschen Sporthund-Verbandes. Dabei treten Hund und Herrchen bzw. Frauchen gemeinsam gegen ihre Mitstreiter an. Als Gäste werden sowohl Zwei- als auch Vierbeiner – die aber nur mit Impfpass – erwartet. Beginn ist jeweils um 7 Uhr.

Gekämpft wird in drei Disziplinen und immer im Team: Erst steht ein Lauf über zwei oder fünf Kilometer an. Darauf folgt der Vierkampf, bestehend aus Gehorsamsübungen, Hürden-, Hindernis- und Slalomlauf. Zu guter Letzt steht ein „Combinated Speed Cup“ an. Dieser Wettbewerb wurde erst 1993 eingeführt. Er umfasst wie zuvor einen Hürden-, Hindernis- und Slalomlauf. Der besondere Trick daran: Es treten Mannschaften aus jeweils drei Hund-Mensch-Paaren in einer Art Staffellauf gegeneinander an.

Leah Israel hält sich mit Ruby in Form, bis Timmy wieder aus dem Urlaub zurück ist. Foto: Stephan Soblik

Um bei der DM starten zu dürfen, müssen die ambitionierten Hunde und Trainer Vorqualifikationen bestehen. Von den Verbandsbesten wird dann eine gewisse Anzahl an Startplätzen besetzt. Welcher Verband wie viele Startplätze zur Verfügung hat, richtet sich nach Größe des Verbandes. Der Weseler Verein möchte zum Beispiel zwei Mitglieder ins Rennen schicken.

Für die Herren will Dennis Wissen (26) teilnehmen. Er traut sich und Schäferhund Shadow durchaus den Sieg zu. Die Chancen stehen „eigentlich sehr gut“, sagt er. Und das, obwohl die Qualifikation schwierig verlief: Sein Hund ist zu früh durch die Lichtschranke gelaufen. „Wenn man dann noch ein Hindernis verpasst, gibt das vier Strafsekunden.“ Ein Rückstand, den man kaum einholen könne. Aber am Ende habe es ja mit der Qualifikation geklappt.

Schon seit knapp sechseinhalb Jahren trainieren die beiden gemeinsam – und zwar nicht irgendwie, sondern „am besten mit Freude“. Denn nicht nur der Mensch muss Spaß haben, sondern auch der Hund muss bei Laune gehalten werden. „Es kommt viel auf die Leistung des Menschen an, aber auch auf den Charakter des Hundes“, sagt Wissen. Um die Vierbeiner auf die Aufgaben vorzubereiten, führe man sie am besten langsam an Wettbewerbe heran. Optimal funktioniere das, wenn man den Hund nach jedem Erfolg belohnt. Um ihn nicht zu überfordern, wird für Abwechslung gesorgt. Gehorsams- und Sportübungen „trainieren wir separat“ und am besten auf dem Vereinsgelände, denn da fungieren „andere Hunde als Ablenkung“, so Wissen. Shadow könne sich so besser auf Wettkämpfe einstellen. Zu Hause trainieren die beiden dreimal täglich. Wissen betont, dass dabei auch Ruhezeiten wichtig sind. Schließlich „ist der Hund ja keine Maschine, das ist wie beim Menschen“.

Bei den Damen tritt Leah Israel an. Sie nimmt schon zum vierten Mal an der DM teil. Das mag an ihrer Mutter liegen. Die engagiert sich nämlich schon lange im Hundesport. „Ich bin quasi auf dem Vereinsgelände aufgewachsen“, scherzt die 16-Jährige. Schon mit zehn habe sie an ihrer ersten Meisterschaft teilgenommen.

Mit dem Australian Shepherd Timmy trainiert sie nun schon seit fünf Jahren. Und das, obwohl er gar nicht ihr, sondern einem Freund gehöre. Aber „davon haben beide etwas: Ich kann mit dem Hund trainieren, und im Gegenzug wird Timmy ausgelastet.“ Weil der Hund aktuell mit seiner Familie im Urlaub ist, hält sie sich mit Dalmatiner-Dame Ruby in Form. Trotz Timmys Pause soll es diesmal mit dem Sieg klappen: „Deutsche Meisterin zu werden, ist natürlich ein Ziel von mir.“

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